Ich bin, wie ich bin… – Gedankensplitter

Auf meinem Gesicht steht.
Ich bin gutmütig.
Ich bin freundlich.
Und.
Ich gebe immer nach.
Schon als ich ein Kind war.
Konnte man das lesen.
Die meisten Leute.
Konnten das lesen.
Und sie dachten sich.
Schauen wir mal.
Was wir da machen können…
Es war einfach.
Für sie.
Zu bekommen.
Was sie wollten.
Viel zu einfach…

Vierzig Jahre später.
Die Botschaft.
Sie steht noch immer.
Auf meinem Gesicht.
Aber sie trügt.
Ich bin nicht mehr die.
Für die man mich hält.
Ich bin hart.
Ich bin stur.
Und manchmal…
Bösartig.
Wenn man mich nicht.
In Ruhe lässt…
Wenn…
Ich ging durch eine harte Schule.
Die letzten Jahre.
Ein Martyrium.
Ein widerwärtiger Chef.
Der sich weit hinauswagte.
Viel zu weit…
Seine Pläne.
Sie gingen nicht auf.
Er hat mich klein gemacht.
Aber nicht gebrochen.
Ich stand wieder auf.
Lief davon.
Und…
Ich drehte ihm eine lange Nase…
Heute.
Sitzt er wohl da.
Und fragt sich.
Warum ich mich nicht melde.
Bei ihm.
Ihn um Hilfe bitte.
Er.
Steht doch im Telefonbuch!
Und er ist sich so sicher.
Ich müsste doch straucheln.
Auf meinem neuen Weg…

Ich bin.
Wie ich bin.
Und doch stärker.
Als man glaubt.
Manchmal.
Verwundet von den Menschen.
Schläge.
Messer in den Rücken.
Verrat.
Ich stecke ein.
Viel zu viel.
Und doch.
Ich bin auch so stark.
Dass ich die Fesseln zerreiße.
Unerwartet.
Dass ich weitergehe.
Danach.
Als wäre nichts gewesen.
Die Narben.
Die Wunden.
Man sieht sie nicht.
Mein Gesicht.
Gutmütig.
Freundlich.
Friedlich.
Aber…
Es trügt.
Das bin ich nicht mehr.
Gar nicht mehr.
Und manchmal.
Da brülle ich.
Wie ein Löwe…

Man darf sich fürchten…

Vivienne/Gedankensplitter

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