Der Grantscherm – Gedankensplitter

Alt.
Ist er noch nicht.
Nein.
Aber seine Augen.
Kein Feuer.
Stumpf.
Nur wenn er schimpft.
Dann brennen sie.
Lodernde Flammen.
Und er brüllt.
Fast wie ein Löwe.
Das tut er oft.
Wenn die Kinder Fußball spielen.
Im Hof.
Wenn kleine Kinder schreien.
Oder ein Hund bellt.
Auch die Radfahrer.
Er mag sie nicht.
Einer von ihnen.
Hat ihn niedergestoßen.
Beinahe.
War schon vor zwei Jahren.
Aber er.
Hat es nicht vergessen.
Er.
Vergisst nie…

So mancher vorlaute Bursch.
Hat schon eine Ohrfeige eingefangen.
Von ihm.
Und die Leute.
Gehen ihm aus dem Weg.
Spinner.
Nennen sie ihn.
Grantscherm.
Unhöflicher Patron.
Oft.
Stecken sie die Köpfe zusammen.
Wenn sie ihn hören.
Oder sehen.
Und sie verstehen nicht…
War der nicht einmal?
Ganz nett?
Und freundlich?
Die Älteren.
Sie erinnern sich.
Und sie fragen sich.
Was ihn verändert hat.
Was.
Wenn dann.
Sein Poltern ertönt.
Von Weitem…
Dann stieben sie auseinander.
Und flüchten.
Wie die Hühner.
Anders.
Kann man es nicht nennen…

Sie wissen es nicht.
Gar nichts.
Dass seine Frau gestorben ist.
Vor ein paar Jahren.
Das Herz.
Ihr Tod.
Er raubte ihm die Lebenskraft.
Selber.
Wurde er auch krank.
Magenkrebs.
Operation.
Chemotherapie.
Die Leute.
Sie haben nicht gemerkt.
Dass er grauer wurde.
Immer grauer.
Er ist geheilt.
Aber das Essen.
Es schmeckt ihm nicht mehr.
Nur kleine Portionen.
Und hohe Kissen.
Damit ihm das Essen.
Nicht hochkommt.
Nächtens.
Manchmal.
Da möchte er sterben.
Ist das noch ein Leben?
Keine Lebensfreude.
Einsam.
Verlassen.
Verbittert.
Aber die Nachbarn.
Sie wissen es nicht…

Vivienne/Gedankensplitter

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