Enttäuscht – Gedankensplitter

Du kommst heim.
Von der Arbeit.
In der neuen Firma.
Da wird es öfter später.
Das hat man dir gesagt.
Von Anfang an.
Und wenn du ehrlich bist.
Es stört dich auch nicht…
Denn du arbeitest gern dort.
Du machst das Licht an.
Im Flur.
Und einen Moment.
Da meinst du sie zu sehen.
Laura.
Aber.
Du hast dich geirrt.
Wie denn auch?
Du schlüpfst in die Hausschuhe.
Gehst in die Küche.
Holst ein Fertiggericht.
Aus dem Kühlschrank.
Und eine Flasche Bier.
Die Mikrowelle.
Sie gart dir ein Abendessen.
Während du beim TV-Gerät sitzt.
Und fernsiehst.
Du bist müde.
Aber eigentlich.
Fühlst du dich gut…

Du blickst auf die Uhr.
Fast 23:00 Uhr.
Du solltest schlafen gehen.
Schön langsam.
Du räumst das Geschirr weg.
Gehst ins Bad.
Putzt dir die Zähne…
Manchmal.
Da glaubst du noch.
Ihr Parfüm zu riechen.
Blumig.
Wie ein Hauch von Sommer…
Aber.
Du musst dich täuschen.
Es kann ja gar nicht sein.
Oder?
Du gehst zu Bett.
Kuschelst dich in die Mitte.
Der Wecker ist gestellt.
6:00 Uhr früh.
Da musst du raus.
Du schließt die Augen.
Glück.
Hast du gehabt.
Großes Glück.
Fast ein Jahr arbeitslos.
Nach der Pleite.
Deiner alten Firma.
Fast ein Jahr…

Laura.
Sie war anspruchsvoll.
Heute weißt du das.
Eine Nummer zu groß.
Für dich.
Und dass du arbeitslos warst.
Das hat sie gestört.
Gewaltig.
Während dich.
Selbstzweifel plagten.
Dein Selbstbewusstsein.
Es war angeschlagen.
Und du fühltest dich.
Wie ein Versager…
Laura.
Machte sich keine Gedanken.
Deswegen.
Wichtiger war ihr.
Ihr Lebensstandard.
Und eines Tages.
Da war sie weg.
Als du heimkamst.
Von einem Vorstellungsgespräch.
Ohne Worte.
Ohne Erklärung…
Du hast einen Job bekommen.
Wie der Zufall so spielte.
Nur wenige Wochen darauf.
Und trotzdem.
Brach es dir das Herz.
Ohne Geld.
Warst du nichts für sie.
Für Laura.
Aber vielleicht.
Musstest du arbeitslos werden.
Um das zu begreifen…

Vivienne/Gedankensplitter

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