Tun, als ob nichts wär… – Gedankensplitter

Viktor sah sich um.
In der U-Bahn.
War sie heute da?
Da vorne!
Sie winkte.
Und ihr Lächeln.
Das ballte sich in seinem Bauch.
Zu einer zärtlichen Emotion.
Der Tag war gerettet…!
Er setzte sich zu ihr.
Sie plauderten.
Über das Wetter.
Über Reaktorunfälle.
Und über den Frühling…
Halb abwesend seine Antworten.
Er musterte sie.
Irgendwie seltsam.
Dass er noch immer nicht wusste.
Wie sie hieß.
Und sie nicht.
Wie er hieß.
Aber seit Wochen.
Fuhren sie U-Bahn.
Gemeinsam.
Redeten über Banales.
Aber.
Wenn er ihre strahlenden Augen sah.
Dann wusste er.
Sie musste verliebt sein.
In ihn.
Genau wie er in sie…!

Viktor putzte sich die Zähne.
Summte eine Melodie.
Sie hatte so ein süßes Gesicht.
Befand er.
Und wenn er ehrlich war.
Ihre Brüste.
Die ließen seine Gedanken schweifen…
Manchmal.
Tagträume.
In denen er.
Ihren Pullover hochschob.
Und ihre nackten Brüste berührte…
Bisweilen.
Hatte der Tagtraum Folgen.
Die er schnell beseitigen musste…
Mein Gott!
Lange.
Hatte es ihn nicht so erwischt.
Ewig.
War er Single gewesen.
Und auf Facebook.
Hatte er keine kennengelernt.
Keine.
Die ihm gefallen hätte…

Verrückt.
War aber auch.
Sie fuhren nun schon Wochen.
U-Bahn.
Miteinander.
Fast jeden Tag.
Aber.
Sie hatten sich nie getroffen.
Außerhalb.
In einem netten Lokal etwa.
Wo man sich näher kommen könnte.
Noch näher…
Viktor begann zu schwitzen.
Wovor?
Hatte er Angst?
Eigentlich?
War es so schwer zu sagen.
Können wir uns einmal sehen?
Er wusste es nicht.
Angst vor einer Abfuhr.
Angst.
Sie könnte sagen.
Ich bin vergeben.
Sorry…
Sich zum Narren machen…
Viktor hob seine Hände.
Blickte sie an.
Er zitterte.
Und in ihm.
Ein seltsames Gefühl.
Eine Mischung.
Glück.
Gepaart mit Unsicherheit…
Nein.
Er konnte sich nichts vormachen.
Er war verliebt.
Aber so was von verliebt…

Vivienne/Gedankensplitter

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