Zu viel… – Gedankensplitter

Es schneit.
Die Straßen sind glatt.
Und die Nacht.
Sie umklammert uns.
Mit eisiger Hand.
Denke ich mir.
Ich bin müde.
Gähne.
Reibe meine Hände.
Nein.
Dieser Winter.
Das ist zu viel.
Ich muss nicht.
Langlaufen in die Arbeit.
Nein.
Ich bin kein Sportler!
Aber der Schneefall.
Er lässt nicht nach.
Ich erinnere mich.
Heute Vormittag.
Die Kollegin.
Blickte aus dem Fenster.
Es ist genug!
Sagte sie.
Laut und bestimmend.
Fordernd.
Aber der Winter.
Er lachte sich eines.
Es schneite weiter.
Wir lachten auch.
Und die Kollegin.
Sie seufzte.
Resignierend…

Kein guter Tag.
Irgendwie alles unrund.
Nicht stimmig.
Tief in mir…
Ist es der Winter?
Die Midlife-Crisis?
Ich grinse.
Oder die Wechseljahre?
Manchmal.
Da muss es keinen Grund geben.
Für irgendetwas.
Es ist einfach so.
So wie es ist.
Und nicht jeder Tag ist gleich.
Ein Spingsinsfeld.
Übermütig und verspielt.
War ich nie.
Ohnedies…
Und die Schatten auf der Seele.
Sie fallen länger.
Je älter ich werde.
Die Welt dreht sich schneller.
Zweifellos.
Und es schneit…
Ich sinniere.
Mein Leben.
Es scheint nur Frieren zu sein.
Seit ein paar Jahren.
Frieren im Winter.
Frieren an der Seele…

Der Schnee.
Er fällt nicht mehr so dicht.
Heute.
Nervt alles.
Denke ich mir.
Jedes Ärgernis.
Ich spüre es doppelt.
Wie die Last des Schnees…
Kein Kaffee mehr heute.
Und die Katze.
Sie strapaziert meine Nerven.
Fast spielerisch.
Dabei.
Will sie nur meine Aufmerksamkeit.
Sonst nichts.
Bilder aus meiner Kindheit.
Sie tauchen auf.
Unversehens.
Zeigen mir.
Wie alt ich bin.
Ja.
Das Alter macht nicht halt.
Auch nicht vor mir.
Und wenn der Winter tobt.
Wie ein Berserker.
Dann beschneit er auch meine Seele.
Lässt sie frosten.
Und zweifeln…

Vivienne/Gedankensplitter

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