Das kleine Mädchen – Gedankensplitter

Als sie klein war.
Da hatte sie Bänder im Haar.
Süße Locken.
Und ein goldiges Lächeln.
Sie sieht sich an.
Auf dem Foto.
Damals.
War sie vier Jahre alt.
Aber.
Sie erinnert sich noch.
An die große Puppe.
Mit den Kulleraugen.
Sie.
Wollte sie haben.
Unbedingt.
Hat geweint und gebitzelt.
Bis sie nachgaben…
Dann versiegten sie schnell.
Die Tränen.
So bekam sie.
Die Puppe.
Das neue Kleidchen.
Und die tolle Schultasche.
Mit der Biene Maja drauf…
Sie wusste.
Was sie wollte.
Und wie sie es bekam…

Geändert.
Hat sich seither wenig.
Sie möchte noch immer.
Das Schönste.
Und das Beste.
Die Handtasche von Louis Vuitton.
Ersteigert auf Ebay.
Die teuren Jeans zum Knöpfen.
Vom USA-Urlaub.
Sauteuer.
Die teuren Schuhe.
Mit den spitzen Absätzen.
Die blonden Haare.
Mit den rosa Strähnchen.
Und die Locken.
Sind verschwunden.
Fransiger Haarschnitt.
Kecker Blick.
Aber das Lächeln.
Noch immer süß.
Und unwiderstehlich.
Sie kriegt immer alles.
Was sie will.
Und wen sie will.
Das auch.
Und ihren Freund.
Den hat sie von ihrer Freundin.
Ausgespannt.
Zu ihr.
Passt er nämlich besser.
Als zu dieser heulenden Suse.
Beleidigt.
Nachtragend…

Egal.
Er gehört jetzt ihr.
Ihr allein.
Und war es nicht immer so?
Das kleine Mädchen.
Das ist sie geblieben.
Was sie will.
Das bekommt sie.
Nichts Neues.
Und das Leben.
Es birgt immer Etwas.
Das sie haben möchte.
Das sie haben will.
Mehr!
Mehr!
Ihr Hunger.
Er ist unersättlich.
Aber auch dann.
Wenn sie alles hat.
Dann fühlt sie sich leer.
Tief in ihr drin.
So leer.
Und so kalt.
Nicht Gucchi.
Nicht Jean Paul Gaultier.
Nicht Donna Karan.
Nichts davon.
Vermag die Leere zu füllen.
Vermag sie zu wärmen.
Innerlich.
Das kleine Mädchen weint…

Vivienne/Gedankensplitter

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