Frühling in Paris – Gedankensplitter

I love Paris in the springtime…
Cole Porter…

Die Kälte.
Sie hat dich wieder.
Und wenn du ehrlich bist.
Macht sie dich grantig.
Ungehalten.
Und ungeduldig.
Winter.
Den brauchst du nicht!
Und am liebsten.
Da würdest du im Süden wohnen.
Ein ganzes Jahr.
Unter mediterraner Sonne.
Mit Olivenbäumen…
Nein.
Du unterbrichst dich.
Hier ist Schnee.
Hier ist Frost.
Und damit musst du leben…
Du fährst mit dem Auto.
Und wie immer.
Wenn es schneit.
Viele Lenker.
Sie fahren wie Anfänger.
Unsicher.
Linkisch.
Und beinahe.
Kracht dir einer hinten rein.
Weil er es eilig hat…
Du schüttelst den Kopf.

Später.
Du gehst in die Arbeit.
Weg vom Parkplatz.
Du siehst einen Radfahrer.
Rast bei Rot.
Und glatter Fahrbahn.
Über die Kreuzung.
Idiot!
Denkst du dir.
Und hastest weiter.
In der Firma.
Ein Automatenkaffee.
Und dann an den Computer.
Die hübsche Kollegin.
Sie zwinkert dir zu.
Aus feurigen Augen.
Und du denkst dir.
Nicht zum ersten Mal.
Dass sie scharf sein muss.
Auf dich.
Bestimmt sogar!

Die Zeit schleicht träge.
Und plötzlich merkst du.
Du hast ein Lied im Kopf.
Woher kennst du diese Melodie?
Angestrengt.
Denkst du nach.
Pfeifst die Melodie weiter.
I love Paris in the springtime…
Du lächelst.
Auf einmal.
Ist da die Kollegin.
In einem reizenden Minirock.
Sitzt sie in einem Straßencafe.
Einen süßen Hut.
Auf dem Kopf.
Ein kleiner Schirm.
Liegt vor ihr.
Auf dem Tisch.
Sie lächelt dich an.
Du pfeifst weiter.
Und dein Puls wird schneller…
Paris!
Dieses Flair!
Frühling!
Und mit der Kollegin…
Wäre das nicht herrlich?
Eine Hand auf deiner Schulter.
Ein Kollege.
Geht’s dir auch gut?
Du siehst komisch aus.
Irgendwie weggetreten…
Passt alles?

Die Melodie erstirbt.
In deinem Kopf.
Der Film zerfließt.
Vor deinen Augen.
Dann schüttelst du den Kopf.
Nichts.
Ich brauch nur eine Zigarette…

Vivienne/Gedankensplitter

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