Regen in meiner Seele

Am Morgen.
Da ließ ich noch die Sonne herein.
In meiner vier Wände!
Ein Urlaubstag!
Kostbar.
Voller Freuden…
Und die Arbeit.
Sie geht mir leicht von der Hand.
Die üblichen Verdächtigen.
Waschen.
Putzen.
Wischen…
Es geht dahin.
Mit Schwung.
Und mit geöffneten Fenstern.
Ein Hauch von Vogelgezwitscher.
Und frisches Grün.
Auf den Wiesen.
Fertig!
Die Sonne.
Sie hat sich verborgen.
Plötzlich.
Regentropfen.
Zuerst vereinzelt.
Dann stetig.
Der Wind.
Er hüllt die Luft in Kälte.
Er trägt wieder sein frostiges Kleid…

Ich trinke Kaffee.
Die Fenster längst geschlossen.
Die Kälte.
Sie hat mich gepackt.
Und lässt mich nicht los.
Sie hat meine Seele erfasst.
Ich grüble.
Einmal mehr.
Dass manche Leute sterben müssen.
Vielleicht schon bald.
Und andere leben.
Gut.
Geradezu parasitär…
Ich denke an jemand bestimmten.
In beiden Fällen.
Spüre den Schmerz wegen des einen.
Fühle die Verachtung für den anderen.
Und kann es doch nicht ändern…
Es muss wohl so sein.
Das Leben ist nicht fair.
Scheinbar.
Aber jeder muss bezahlen.
Irgendwann.
Für das.
Was er sich genommen hat…
Das tröstet.
Zumindest manchmal.

Es ist dunkel geworden.
Ich war noch einkaufen.
Im Nieselregen.
Der Tag klingt aus.
Feucht und klamm.
Morgen.
Hat mich der Alltag wieder…
Wut.
Ich kann nicht vergeben.
Vor allem.
Wenn jemand weiter lügt.
Frech.
Der doch überführt ist.
De facto.
Die Ohnmacht.
Sie frisst mich auf.
Wie der Hass…
Ich kann nicht vergeben.
Und weiß nicht.
Wie ich das ändern sollte.
Könnte.
Ich will doch gar nicht!
Meine Spielregeln.
Oder keine.
Und wenn nicht.
Dann wende ich mich ab.
Und gehe…
Ich werde das wieder machen.
Auch in diesem Fall.
Ganz bestimmt.
Meine Form der Rache.
Ich werde mich mehr abschotten.
Von den Menschen.
Und hoffen.
Dass es bessere sind.
Die ich treffe.
Bessere als diesmal…
Bessere als immer…

Vivienne

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