Die Wahrheit tut weh…

Es ist alles so wie immer.
Die Katze springt durch das Wohnzimmer.
Klettert auf die Küchenkästen.
Und auf die Wohnwand.
Munter jagt sie einer Fellmaus hinterher.
Bis sie bei mir steht.
Sich an meinen Beinen reibt.
Mit treuherzigem Blick.
Ich räume auf.
Und das Geschirr wartet auf mich.
Das Übliche.
Und doch.
Kein Tag wie neulich noch.
Jemand.
Der mir nahe steht.
Ist schwer krank.
Und ob man ihm helfen kann.
Und wie.
Das wird sich erst zeigen…

Hab ich mich verändert?
Nachdem das Unaussprechliche Realität wurde?
Äußerlich wohl kaum.
Aber in mir.
Da arbeitet es.
Alles in Bewegung.
Erinnerungen.
Schmerzhaft.
Und schön.
Wie alles im Leben.
Wenn ich früher gewusst hätte.
Was ich jetzt weiß…
Hätte ich manches anders gemacht?
Oder rede ich mir das nur ein.
Aus Schuldgefühlen.
Indifferent.
Aber sicher falsch…
Zu viele Gedanken.
Ich flüchte in den Alltag.
Um mich abzulenken.
Um nicht auszusprechen.
Was noch unaussprechlicher ist.
Als der Name der Krankheit…

Wie fühle ich mich?
Ich kann es nicht in Worte kleiden.
Nach einer Nacht.
Die nicht so schlimm war.
Wie befürchtet.
Aber bis ich wieder gut schlafe.
Und tief.
Da wird viel Zeit vergehen.
Sehr viel Zeit…
Wer weiß wann?
Ich stütze mich auf die Hände.
Starre ins Leere.
Und fühle sie in mir.
Diese Leere.
Ohnmacht.
Nichts tun können.
Gar nichts.
Nur hoffen.
Einfach hoffen.
Abwarten.
Beten…

Der erste Schock ist vorüber.
Kaum Tränen.
Funktionieren.
Und niemandem mein Innerstes öffnen.
Der mich verletzt hat.
Der es nicht Wert ist.
Meine Wunden zu sehen.
Und wie ich sie lecke…
Wie würde es mir gehen?
In dieser Situation?
Selbstmitleid?
Angst?
Oder Erkennen.
Die Wahrheit begreifen.
Den Sinn des Lebens…
Man redet sich so leicht.
Wenn man über den Dingen steht.
Man philosophiert.
Man macht sich etwas vor…
Ich stehe auf.
Der Abwasch wartet.
So einfach ist das…

Vivienne

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