Friedlich – Gedankensplitter

Friedlich…
War er eingeschlafen.
Sagten sie.
Und verstorben.
Irgendwann.
In der Nacht.
Friedlich…
Sie stand.
Vor ihm.
Vor seiner Leiche.
Er lag da.
Als ob er schliefe.
Schnarchen würde.
Den Mund.
Leicht geöffnet.
Als hätte er gerungen.
Nach seinem letzten Atemzug…
Die Haut.
Schon verfärbt.
Leicht gelblich.
Die Krankheit.
Schwer fortgeschritten…
Fast.
Vergaß sie.
Selbst zu atmen.
Während.
Sie ihn anstarrte.
Unglaublich fast.
Dass er tot war.
So lange.
Ein Begleiter.
Ihres Weges.
So lange.
Unvorstellbar.
Dass er weg war.
Tot.
Einfach nicht mehr da…
Nur seine Hülle…

Wie furchtbar!
Dachte sie nachher.
Seltsam leer.
Fühlte sie sich.
Ein wenig verloren.
Und doch.
Der Tod.
Er hatte sich.
Nur leise angeschlichen.
Ganz langsam.
So nach und nach.
Besitz ergriffen.
Erst die letzten Monate.
Hatte er sich gezeigt.
Ihn nicht mehr.
Losgelassen…
Nein.
Friedlich.
Eingeschlafen.
War er…
Nach einem lauten Leben.
Nach einem Leben.
Mit Höhen und Tiefen…

Manche.
Nannten ihn einen Mörder.
Aber er war.
Weniger Mörder.
Weit weniger.
Als manche.
Die ihr Tun bemänteln.
Mit Edelmut.
Mit Ehrbarkeit.
Mit Moral…
Er war kein Mörder gewesen.
Sondern ein Mensch…
Sie dachte.
An den Kaplan.
Bei den Vorbereitungen.
Zum Begräbnis.
Fremdenlegionär?
Der Kaplan.
Er schlug.
Die Hände zusammen.
Entsetzt.
Sie schüttelte den Kopf.
Wieder einer.
Der nicht begriff.
Wieder einer.
Der gar nichts wusste.
Aber ihr Vater.
Er war gestorben.
Friedlich.
Nach einem harten Leben.
Alleine.
Aber nicht.
Alleine gelassen.
Das.
Konnten wenige sagen.
Von den Pharisäern…

Vivienne/Gedankensplitter

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