Der Fasching ist aus… – Gedankensplitter

Helmut sang.
Aus lauter Kehle.
Seine Freunde lachten.
Sangen mit.
Noch ein Glas Aperol!
Helmut.
Er leerte es.
In einem Zug.
Beinahe…
Und sang weiter.
Seine grüne Perücke.
Verrutschte.
Hing ihm halb.
Über ein Auge…
Minuten später.
Tanzte er.
Auf einem Tisch.
Mit einer Blondine…
Ein inniger Kuss.
Dann sprang er.
Hinunter…
Bewegte sich.
Arhythmisch.
Zu den Klängen.
Aus den Boxen…
Wer nicht trinkt.
Ist fad!
Grölte er.
Prost…

Er kam nach Hause.
Nach halb vier Uhr morgens.
Sperrte auf.
Sein Gesicht.
Grau wie Papier.
Die Perücke.
Irgendwo verloren.
Die Schminke verschmiert…
Er setzte sich.
Auf die Couch.
In sich zerfallen.
Ein leeres Bündel.
Ohne Kraft.
Ohne Inhalt…
Heute Morgen.
In ein paar Stunden.
Da würde er.
Konkurs anmelden.
Müssen.
Seine Firma.
Schwer in den roten Zahlen.
Kein Geld mehr.
Keine Reserven.
Und seine Frau…
Er röchelte.
Sie war weg.
Hatte ihn verlassen.
Lebte.
Mit einem anderen.
Längst.
Der war nicht pleite…

Helmut.
Er war nüchtern.
Zumindest fast.
Und am liebsten.
Hätte er geweint.
Wenn er…
Nur nicht.
So leer gewesen wäre.
Innerlich.
So unendlich leer…
Eine letzte Fete.
Mit seinen Freunden.
Sie ahnten nichts.
Nicht das Geringste.
Und die meisten.
Sie würden ihn.
Hängen lassen.
Wie seine Frau…
Ohne Geld.
War er nichts Wert.
Das wusste er.
Längst…
Er hatte sich alle gekauft.
Seine Frau.
Seine Freunde…
Und nun.
Brach alles zusammen…
Er stand auf.
Ein paar Stunden Schlaf.
Duschen.
Und dann…
Auf ins letzte Gefecht…!

Vivienne/Gedankensplitter

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