Der Nachbar – Gedankensplitter

Adele putzte die Fenster.
Energisch.
Den sonnigen Vormittag.
In dieser Regenperiode…
Den musste sie nutzen.
Ihr Blick ging durch die Scheibe.
Bündelte sich.
Am Haus des Nachbarn.
Mit den Pelargonien.
Und Fuchsien.
Und hinten.
Da standen die Kaninchenställe…
Adele wurde übel.
Ganz plötzlich.
Am liebsten.
Hätte sie erbrochen.
Und nicht mehr aufgehört.
Sie schloss das Fenster.
Hielt sich am Griff fest.
Sie hatten nichts geahnt.
Gar nichts.
Wie denn?
Er war ein älterer Herr gewesen.
Nett.
Durchaus.
Und wer hätte geahnt?
Was da vorgegangen war?
Schon seit Jahren…?

Adele ging in die Küche.
Sie brauchte einen Kaffee.
Jetzt.
Unbedingt.
Das Mahlwerk.
Der Espressomaschine.
Ratterte lautstark.
Und der Kaffee.
Er roch verführerisch…
Ein großer Schluck.
Adele seufzte.
Es ging ihr wieder besser…
Aber die Geschichte.
Sie beherrschte ihr Denken…
Ludwig Danninger.
Unauffällig.
In Pension.
War Beamter gewesen.
Adele dachte nach.
Sie glaubte.
Bei der Bahn…
Ja.
Es musste so sein…
Verheiratet.
War Danninger nie gewesen.
Sein Leben.
In Pension.
Drehte sich um die Zwerghasen.
Ein paar Ställe.
Standen hinter dem Haus.
Entzückende Geschöpfe.
So herzig!

Letzte Woche.
War die Polizei gekommen.
Zu Danninger .
Sie hatte die Blumen gegossen.
Und beobachtet.
Danninger wurde abgeführt.
Warum.
War bald das Hauptgespräch.
In der kleinen Siedlung.
Kleine Mädchen.
Aus der Umgebung.
Danninger hatte sie eingeladen.
Die Zwerghasen zu besuchen.
Sie zu streicheln.
Und alle Mädchen.
Hatte er missbraucht.
Und alle.
Durften nicht darüber reden.
Bis eine doch das Schweigen brach…
Niemand hier.
Wäre auf die Idee gekommen…
Danninger.
So unauffällig.
Der keine Laster.
Zu haben schien.
Nur dass er keine Frau hatte.
War ein wenig seltsam gewesen.
Aber kleine Mädchen…
Adele schüttelte sich.
Und wieder.
Wurde ihr schlecht.
Für einen Moment…
Das war einfach grauenvoll!

Vivienne/Gedankensplitter

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