Eine kalte Nacht – Gedankensplitter

Schnee von gestern.
Und die Straßen.
Glatt.
Rutschig.
Nach der Arbeit.
Ich kaufe ein.
Hastig.
Ein wenig Obst.
Gebäck.
Joghurt.
Bleierne Müdigkeit.
Den ganzen Tag schon.
Ein flauer Magen.
Schmerzen.
Seltsamer Tag.
Sonnenfinsternis.
Partiell.
Nichts zu sehen.
Wegen des Nebels.
Der über der Stadt lag.
Und liegt.
Kein Blick.
Auf den Pöstlingberg.
Verwebt.
Versteckt.
Zugedeckt.
Ich seufze…

Ich lege mich auf die Couch.
Anscheinend.
Bin ich nicht die einzige.
Die heute nicht fit ist.
Ich schnäuze mich.
Und denke an ihn.
Verbunden über viele Kilometer…
Meine Gedanken schweifen ab.
Eine frühere Kollegin.
Sie wird heiraten.
Im Mai.
Ich muss lächeln.
Die Ehe.
Ein Auslaufmodell.
Davon bin ich überzeugt.
Gilt nichts mehr.
In einer Gesellschaft.
In der es jeder.
Mit jeder treibt.
Und umgekehrt.
Es lebe die Lust!
Es lebe die Triebbefriedigung!
Ehe.
Nichts für mich!
Aber jeder wie er will.
Ich wünsche alles Gute!
Trotzdem.
Aber es geht mich nichts an.
Gott sei Dank…
Mich fröstelt.

Diese Müdigkeit!
Und nichts hilft.
Als könnte ich einschlafen.
Jeden Moment.
Schlaff.
Wie ein nasses Handtuch.
Fühle ich mich.
Ich dusche.
Minuten Belebung.
Mein Kreislauf.
Pulsiert wieder.
Ich trockne mich ab.
Schlüpfe in den Pyjama.
Meine Nachtcreme…
Ich betrachte mich im Spiegel.
So übel.
Sehe ich nicht aus.
Aber diese Augen.
Die sich nicht offen halten können…
Noch ein Kaffee.
Und er schmeckt so gut!
Draußen wird es immer kälter.
Eine klare Nacht.
Ich hülle mich in die lange Weste.
Winter.
Ich komme mir vor.
Wie gefesselt.
Durch ihn.
Diese Kälte.
Sie macht Angst.
Am Körper.
An der Seele…

Vivienne/Gedankensplitter

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