Tagein, tagaus

Du läufst zur Straßenbahn.
Steigst ein.
Und setzt dich nieder…
Du seufzt.
Richtest deine Haare.
Mechanisch.
Ein Arbeitstag.
Er ist wieder vorbei.
Klappe zu.
Bis morgen früh.
Hast du jetzt deine Ruhe.
Keine Lieferungen.
Keine Bestellungen.
Keine schwierigen Telefonate.
Kein Kunde.
Der dir das Leben schwer macht.
Haben Sie nichts?
In diesem angesagten Fliederton?
Oh Gott.
Was glauben die eigentlich?
Was verkauft wird?
In einem Geschäft?
Mit Kleidung von der Stange…?
Was soll’s…
Für heute ist es vorbei.
Gelaufen.
Eine Tasse Tee noch.
Daheim.
Und dann ein Abend im Bett.
Vor dem Fernsehapparat.
Was läuft?
Der Bergdoktor!
Na dann…

Du machst das schon lange.
Viele Jahre.
Leichter ist es nicht geworden.
In all den Jahren.
Nein.
Man härtet ab.
Ein wenig.
Aber an manchen Tagen.
Nervt es.
Wie eh und je.
Dabei hast du es gut.
Ehrlich.
Du bist in der Bekleidungsbranche.
Lebensmittel.
Das wäre ein Horror.
Irgendein Diskont…
Die Hölle auf Erden.
Und doch.
Es kostet dich Überwindung.
Ins Geschäft zu gehen.
Tag für Tag wieder.
Bisweilen.
In der Weihnachtszeit.
Da ist dir auch schlecht.
Jeden Morgen…
Und sonntags.
Bist du dann nur im Bett.
Schlafen.
Ein wenig fernsehen.
Und viel Schokolade…
Die nächste Arbeitswoche kommt bestimmt…

Einen Mann.
Gibt es schon lange nicht mehr.
In deinem Leben.
Den letzten.
Hast du vor die Tür gesetzt.
Vor zwei Jahren.
Oder so.
Rührte daheim keinen Handgriff.
Frauenkram!
Sagte er immer spöttisch.
Und ließ sich bedienen.
Er war ja der Mann!
Bist du ihn rausgeworfen hast.
Mit seinem Männerkram.
So einen.
Musst du dir nicht antun.
Nein.
Und es tut gut.
Nur den eigenen Dreck wegzuräumen.
Und zu tun.
Was man will…
Allein.
Bist du nicht.
Tagsüber.
Hast du genug Leute um dich.
Ein paar Freunde.
Du siehst sie.
Regelmäßig.
Das ist dein Alltag.
Und manchmal.
Da fragst du dich.
Ob es nicht noch mehr gibt.
Als das.
Aber nur manchmal…

Vivienne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.