Du spukst mir im Kopf herum…

Du bist gar nicht mein Typ.
Genau genommen.
Und unsere Kreise.
Berührten sich kaum.
Bisher…
Wir sahen uns selten.
Warum auch nicht?
Du hast mich ignoriert.
Meistens.
Und kaum einmal angesprochen…
Na und?
Irgendwie.
Warst du auch lange recht vergammelt.
Unrasiert.
Langes, zotteliges Haar.
Dazu der Ansatz einer Glatze…
Fast ungepflegt.
Habe ich immer gesagt.
Mit deinen verwaschenen Shirts.
Und den speckigen Jeans.
Unter denen du deinen Bauch versteckt hast…
Frauen.
Die hattest du immer.
Meist ein paar davon gleichzeitig.
Warum nur?
Fragte ich mich.
An dich würde ich keinen Gedanken verschwenden…

Seit neulich.
Da ist alles anders.
Seit neulich.
Als ich bei dir war.
Wegen eines alten Bildschirms.
Den du verkaufen wolltest…
Du hast mich um den Finger gewickelt.
Sofort.
Ich habe kapituliert.
Das erste Mal überhaupt.
Sah ich dich rasiert.
Und mit neuem Haarschnitt.
Ein gebügeltes Hemd.
Und eine saubere Hose…
Mein Gott!
Du hast ganz anders ausgesehen!
Mehr als das.
Dein Charme…
Dein Esprit.
Früher.
Da sah ich dich nie ohne dein Bier.
Dass du aus der Flasche getrunken hast.
Neulich.
Da sah ich Kultur.
Geist und Witz.
Und deine schwarzen Augen.
Sie leuchteten wie Kohlen.
Von verhaltener Glut…

Mir war schwindlig.
Als ich ging.
Nicht nur.
Weil du mir den Bildschirm geschenkt hast.
Schließlich.
Nicht nur.
Weil wir zwei Schnäpse miteinander tranken.
Die dein Großvater destilliert hatte.
Wie du mir erzählt hast.
Ich sah dich.
Aus anderer Perspektive.
Und ich weiß nicht.
Was passiert wäre.
Wenn nicht dein Handy geklingelt hätte…
Ich verstehe sie jetzt.
Deine Frauen.
Und schade ist.
Dass es nichts sonst gibt.
Dass ich dir abkaufen könnte.
Ich würde gerne wieder vorbei schauen.
Bei dir.
Und mich verlieren.
In deinen schwarzen Augen…

Vivienne

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