Verletzbar

Du streitest nicht.
Das liegt dir nicht.
Du streitest nicht.
Du sagst einfach nichts.
Manchmal.
Da gehst du auch einfach raus.
Mit zusammengepressten Lippen.
Du sagst nichts.
Du erklärst nichts.
Du startest keine Offensive.
Du wehrst dich nicht.
Und wenn man dich fragt.
Warum.
Dann schüttelst du den Kopf.
Verschränkst die Arme.
Nein.
Du musst nichts sagen.
Es interessiert dich gar nicht.
Sollen sie glauben.
Was sie wollen!
Es zählt doch nicht!

Du ziehst dich zurück.
Innerlich.
Immer mehr.
Du sitzt zwar da.
Körperlich.
Aber dein Geist.
Er ist ganz woanders.
Du lebst wie in einem Schneckenhaus.
Wenn dir jemand zu nahe kommt.
Dann bist du weg.
Ganz schnell.
Und wartest ab.
Es tut dir weh.
Was man so alles von dir glaubt.
Und annimmt.
Aber du zeigst es nicht.
Lieber.
Da ziehst du dich zurück.
Du willst nicht streiten.
Du willst nicht diskutieren.
Da fühlst du dich unwohl.
In die Ecke gedrängt.
Und irgendwann.
Da weiß du nicht mehr.
Was du erwidern sollst.
Dir fehlen die Worte.
Du weißt.
Du hast Recht.
Ganz bestimmt.
Aber du kannst es nicht sagen…

Still bist du geworden.
Und blass.
Und wohl fühlst du dich nur mit den Tieren.
Mit den Katzen.
Mit dem Hund.
Die greifen dich nicht an.
Die treiben dich nicht in die Enge.
Die sind gut zu dir.
Sie sagen dir in ihrer Sprache.
Dass sie dich lieben.
Dass sie dich brauchen.
Keiner von ihnen.
Tritt dir auf die Füße.
Keiner von ihnen.
Engt dich ein.
Du lächelst nur.
Wenn du bei den Tieren bist.
Dann taust du auf.
Dann bist du ein anderer Mensch.
Der Mensch.
Der du sein könntest.
Wenn du dich trauen würdest.
Zu reden.
Du selbst zu sein!

Vivienne/Gedankensplitter

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