Ich habe mich verändert.
Ich spüre es genau.
Die Begeisterung lebt wieder in mir.
Das Feuer.
Und ich bemerkte sie.
Die kleinen Wunder im Alltag.
Ich geh nicht mehr vorüber an den Dingen.
Ich erkenne das Besondere.
Kleinigkeiten.
Die den anderen nicht auffallen.
Die sie nicht mehr entdecken.
Weil sie so oberflächlich sind.
Und voller Eile.
Weil sie sich nicht mehr Zeit nehmen.
Zeit um inne zu halten.
Und zu staunen…
Ich muss lächeln.
Neulich auf dem Jahrmarktgelände.
Der kleine Spatz.
Er saß bei einem Stand.
Noch ein wenig Flaum am Kopf.
Und am Körper.
Ganz entzückend sah er aus.
Und er musste sie gerade vor sich haben.
Seine erste Flugstunde.
Er saß da.
Ganz außer Atem.
Hob immer wieder seine Flügel.
Und traute sich dann doch nicht weiterzufliegen.
Ganz nervös.
Wie alle.
Die etwas das erste Mal machen.
Ich beobachtete ihn.
Bis er sich doch wieder der Luft anvertraute…
Als der Mut über die Angst triumphierte.
Die Neugier über die Unsicherheit…
Oder der Ballon.
Als ich am Wochenende aus dem Zug stieg.
Der Ballon stand über dem Bahnhof.
Als hätte er auf mich gewartet.
Bereit zum Pflücken.
Welch ein erhabener Anblick!
Der Ballon in den bunten Farben.
Und drei Menschen im Korb.
Sie blickten herab.
Und ich sah nach oben.
Und winkte.
Konnte meine Augen nicht abwenden.
Noch nie hatte ich einen Ballon gesehen.
Noch nie so nah.
Und es schien, als könnte ich nach ihm greifen.
Mit den Händen.
Bis er weiter nach oben stieg.
Über die junge Siedlung hinweg.
Und ich ihm mit den Augen folgte.
Solange ich konnte…
Sie lächeln über mich.
Meine Lieben.
Wenn ich ihnen das erzähle.
Oder andere Geschichten.
Und wenn meine Augen dabei leuchten…
Das macht mir nichts aus.
Ich bin ein Träumer.
Und ich sehe mehr in dieser Welt.
Mehr als andere.
Viel mehr.
Ich sehe mit dem Herzen.
Und wer kann das noch?
Vivienne/Gedankensplitter
