Du bist mein Fluss.
Mit dem ich durch mein Leben treibe.
Manchmal träge.
Bisweilen stürmisch.
Und ab und zu wird mir schwindlig.
Wenn die Strömung mich mitreißt.
Mitreißt mit dir…
Ich habe dich gesucht.
Mein ganzes Leben.
Du warst immer da.
Ich hätte mich nur umdrehen müssen.
Um dich zu sehen.
Um dich berühren zu können.
Aber ich starrte nur gerade aus.
Ich bemerkte dich nicht.
Ich spürte dich nie.
Nicht dich.
Und nicht deine Sehnsucht…
Jetzt sind wir eins.
Endlich.
Und ich vertraue mich dir an.
Dir und deinen starken Armen.
Alles hat sich verändert.
Auch die Trägheit.
Die mein Leben fast zum Stillstand brachte.
Trägheit prickelt jetzt.
Und die Fluten spritzen hoch.
Fast Fontänen.
Geheimnisvolle Strudel.
Immer wieder ziehen sie mich in die Tiefe.
Mir bleibt die Luft weg.
Manchmal habe ich auch Angst.
Aber dann bist du da.
Immer wieder.
Du hältst mich fest.
Und ich schließe die Augen.
Gebe mich dem Strudel hin.
Und damit dir…
Ich fürchte mich immer wieder ein wenig.
Vor dem Strudel.
Und vor der Leidenschaft.
Deiner Leidenschaft…
Ich weiß nicht, warum.
Denn du lehrst mich stets.
Es gibt keinen Grund.
Keinen Grund zur Angst.
Nicht vor der Liebe.
Und nicht vor deiner Sehnsucht.
Die ich jetzt so stark spüre.
So stark.
Dass ich mich frage.
Warum habe ich es früher nicht bemerkt?
Nicht deine Sehnsucht nach mir?
Nicht deine Leidenschaft?
Und auch nicht dich?
Dich selber?
Der du bei mir gestanden bist?
Die ganze Zeit?
Ohne ein Wort an mich?
Aber voller tiefer Gefühle für mich?
Du hast geträumt von mir.
Und nichts gesagt.
Die ganze Zeit.
Aber still gelitten…
Das Leben ist bizarr.
Es war nicht an der Zeit.
Dass wir uns gehören.
Noch nicht…
Heute bist du mein Fluss.
Mit dem ich dahin treibe.
Dessen Fluten ich mich anvertraue.
Und du trägst mich.
Wie ein Boot.
Wir gehören zusammen.
Wir haben beide dasselbe Ziel.
Endlich.
Nichts kann uns trennen.
Nichts und niemand.
Auf unserer gemeinsamen Reise…
Vivienne/Gedankensplitter
