Die offene Wunde

Es tut weh.
Wenn die anderen lachen.
Tuscheln.
Hinter vorgehaltenen Händen.
Sie flüstern sich zu.
Dass ich in dich verliebt bin.
Und das amüsiert sie so…

Nicht, dass es nicht wahr wäre.
Es ist wahr.
Wie könnte ich das bestreiten?
Du bist mir alles.
Aber du?
Du bist nett.
Du bist aufmerksam.
Aber du liebst nicht mich.
Du liebst einen anderen.
Und das Lachen der anderen.
Das Tuscheln.
Das sich lustig machen über mich.
Das tut weh.
Es ist wie das Rühren.
In einer offenen Wunde.
Es tut unsagbar weh…

Du weißt es natürlich.
Ich lese es in deinen Augen.
Aber ohne Spott.
Ohne Hohn.
Sondern mit leisem Mitgefühl.
Du verlierst kein Wort darüber.
Nein.
Du bist wirklich nett zu mir.
Dein Lächeln tut mir gut.
Aber auch so weh.
Unsagbar weh.
Denn du wirst mir nicht gehören.
Nein.
Du liebst ihn.
Und ich kann nur träumen.
Dich sanft zu streicheln.
Dich zu berühren.
Wo dich niemand sonst berühren darf.
Ich hasse ihn so.
Deinen Liebsten.
Sein Anblick.
Er ist wie das Rühren.
In einer offenen Wunde.
Ich möchte schreien…

Ein schöner Frühlingstag.
Noch einmal die warme Sonne spüren.
Und dein Lächeln.
Ein letztes Mal.
Du ahnst es nicht.
Ich habe die Tabletten schon geschluckt.
Ich werde nichts mehr spüren.
Nicht wie ich gehe.
Nicht, dass du mich nicht willst.
Nicht den Spott der anderen.
Es ist vorbei.
Kein Schmerz mehr.
Kein Lieben mehr.
Kein sinnloses Hoffen.
Und kein Leben…
Niemand rührt mehr.
In meiner offenen Wunde.
Denn ich bin nicht mehr…

Nach einer Episode von vor bald 25 Jahren…

Vivienne/Gedankensplitter

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