An Tagen wie diesen…
Mir ist übel.
Speiübel.
Ich starre vor mich hin.
Und sehe doch nicht, wohin ich blicke.
Ich fühle nur einen seltsamen Schmerz in mir.
Im Bauch.
Und doch nicht wirklich.
Ich fühle mich leer.
Und Kälte macht sich breit in mir.
Kälte.
Wie der Tod.
Wie die Sinnlosigkeit.
Wie mein Leben…
Mein Leben ist träge.
Und es fließt dahin.
Man könnte meinen.
Worüber beschwerst du dich?
Du hast nette Menschen um dich.
Du hast einen guten Job.
Du hast Glück.
Du musst nicht jeden Groschen umdrehen.
Sieh dich an!
Eigentlich bist du hübsch.
Manchmal siehst du doch richtig fröhlich aus.
Und manch einer würde dich beneiden…
Ja, vielleicht.
Mancher.
Aber sieht der in mein Inneres?
Sieht der die ungeweinten Tränen?
Die wie ein Stein mein Gemüt beschweren?
Was ahnt der von der Kälte des Alleinseins?
Was ahnt er von den Stunden, die ich die Wände anstarre?
Wenn alles keinen Sinn mehr hat.
Für mich.
Weil Materielles nicht glücklich macht.
Und verratene Liebe wie ein Messer in meinem Rücken steckt.
Niemand ahnt das.
Und ich leide.
Wenn es keiner sieht…
Wenn ich nicht mehr sein möchte…
Wenn ich am liebsten einfach umfallen würde.
Auf der Stelle.
Um eins zu werden mit dem Nichts.
Wozu lebe ich denn?
Kein Mann an meiner Seite.
Dessen Liebe meine dunklen Gedanken vertreibt.
Und der mich versteht.
Oft wortlos.
Und der mich nimmt, wie ich bin…
Kein Kind, das mich freut.
Und auf Trab hält.
In dem ich mich wieder finde.
Mit dem ich mich ärgere.
Das mir aber noch viel mehr Glück schenkt…
Den richtigen Augenblick verpasst.
Kein eigenes Kind mehr.
Nicht in diesem Leben.
Und wer liebt schon eine nicht mehr junge Frau?
Eine Frau wie mich.
Die sich einem Mann nicht unterordnet.
Und viel zu sehr gewöhnt ist.
Ihr eigenes Leben zu leben…
Eben wer…?
Ich tue es ja selber nicht.
Ich verkrampfe die Hände.
Wische mir eine Träne aus dem Gesicht.
Und starre wieder ins Leere.
Ich kann nicht mehr…
Vivienne/Gedankensplitter
