Du kannst es nicht glauben.
Nun schon über zwei Jahre…
Sie lässt dich links liegen.
Grüßt kaum.
Richtet das Wort nicht an dich.
Unaufgefordert.
Fragen wie.
Wie war dein Wochenende?
Was hast du heute vor?
Die hörst du nicht von ihr.
Nein.
Schon lange nicht mehr.
Nie.
Nie hast du dir gedacht.
Dass sie so hart bleibt.
Wie kann ein Mensch so sein?
Und was war der Anlass?
Nun.
Du hattest es gut gemeint.
Mit ihr.
Und mit dir noch viel mehr.
Aber die Sache.
Sie ging in die Hose.
Ordentlich.
Und sie.
Sie bekam es in die falsche Kehle.
Sie verrannte sich in was.
Man sagte ihr das schon.
Mehrfach.
Aber sie zuckte nur mit den Schultern.
Und sie schwieg…
Mag sein.
Dass du dir ihrer zu sicher warst.
Viel zu sicher.
Und dass du auf einer Woge geschwommen bist.
Die dich wohl etwas zu hoch trug.
Du bist hart gefallen.
Und sie.
Sie hatte genug von dir.
Plötzlich.
Da wusste sie hundert Dinge aufzuzählen.
Die vorher schon nicht gepasst hatten.
Und sie war anders.
So völlig anders geworden.
Depressiv?
Sogar sehr.
Aber sie kam nicht zu dir.
Sie hielt sich an andere…
Sie hatte dich gestrichen.
Aus ihrem Leben.
Und…
Plötzlich liebte sie wieder Kakteen.
Die du so hasst.
Und sie las kluge Bücher.
Philosophen.
Literaten.
Plötzlich war sie so.
Wie sie immer schon gewesen wäre.
Wenn ihr euch nicht getroffen hättet.
Du hast sie runtgergedrückt.
Sagte sie einer anderen.
Auf ein tiefes Niveau.
Dorthin.
Wird sie nie mehr zurückkehren…
Und sie hielt Wort.
Sie ist ruhiger geworden.
Sie streitet nicht mehr.
Mit dir.
Eine stille Melancholie.
Liegt in ihren Augen.
Aber sie wirkt gefasst.
Und vor allem.
Sie macht keine Anstalten.
Alles zu vergessen.
Was einmal war.
Präventiv.
So sagt sie.
Nein.
Du hast immer alles bestritten.
Weil du es für klüger hieltest.
Sie brauchte nicht alles wissen!
Und du hast gehofft.
Sie würde alles verdauen…
Vergessen…
Aber zwei Jahre später.
Hat sie das noch immer nicht.
Sie denkt nicht einmal daran.
Dir zu vergeben.
Nie.
Du bist zu weit gegangen!
Ja, vielleicht!
Aber wie kann man so lange hassen?
Einmal muss doch ein Ende sein!
Das ist doch nicht normal!
Du weißt keine Antwort.
Du blickst sie an.
Verzweifelt.
Aber sie sieht an dir vorbei.
Ihre Augen.
Zwei Seen voller Schmerz.
Aber die Sonne…
Sie spiegelt sich wieder darin…
Vivienne
