Du tust mir nicht gut.
Ich habe es schon früh bemerkt.
Wir haben nicht viel gemeinsam.
Genau genommen.
Fast nichts.
Wir könnten uns nicht unähnlicher sein.
Ein Mann.
Und eine Frau.
Vom Leben zusammengeführt.
Und ich bin mir sicher.
Ich habe dich oft genervt.
Du hast dich geärgert über mich.
Wie ich mich über dich.
Da machen wir uns nichts vor.
Unsere Meinungen gehen auseinander.
In vielen Belangen.
Ich bin nicht prüde.
Aber dein Liebesleben weckte meinen Widerspruch.
Immer.
Midlife-Crisis.
Das dachte ich mir oft.
Aber Frauen sind halt oft anders.
Als Männer.
Gerade in der Liebe.
Das Schicksal führte Regie.
Und plötzlich waren wir miteinander konfrontiert.
Ich weiß nicht warum.
Es hat mir auch nicht gut getan.
Das merkte ich schnell.
Oft hast du mich Kraft gekostet.
Viel gab es an dir auszusetzen.
Und ich.
Du hast mich verflucht.
Aber auch gebraucht.
Wir pflegten eine Zweckgemeinschaft.
Zum beiderseitigen Nutzen.
Aber geliebt haben wir uns nie.
Vielleicht nicht mal geachtet.
Verbunden blieben wir trotzdem.
Leider.
Ich ließ mich vor deinen Karren spannen.
Von dir.
Das eine oder andere Mal.
Es wird nicht mehr passieren.
Ich habe mich abgewandt.
Von dir.
Für immer.
Du tust mir nicht gut…
Ich wollte nicht mehr.
Ich konnte es nicht mehr hören.
Du wärst halt so!
Das klang fast wie Narrenfreiheit.
Du musst dich ja nicht weiterentwickeln.
Du hast deine Mängel erhoben.
Zum Selbstzweck.
Du schlägst dein Rad.
Wie ein alter Pfau.
Ich kann es nicht ändern.
Also bleib in deinem Teich.
Ich schwimme in den Ozean…
Das hat manches leichter gemacht.
Sollen sich andere mit dir ärgern.
Dich ertragen.
Es berührt mich nicht mehr.
Mein Leben ist leichter.
Ohne dich.
Und du wirst dir dasselbe denken.
Wir tun uns beide nicht gut…
Vivienne/Gedankensplitter
