Unerwartet – Gedankensplitter

Willst du nicht aufstehen?
Frühstück machen?
Hatte er gerufen.
Er erinnerte sich.
Ziemlich genau.
Ungehalten war er.
Weil er schon wach war.
Eine Weile.
Und Hunger bekam.
Seine Frau aber.
Sie rührte sich nicht.
Konnte man?
So fest schlafen?
Er griff ihr.
Auf die Schulter.
Schüttelte sie.
Helga!
Es ist gleich 7:00 Uhr.
Was ist los?
Helga.
Hatte sich.
Nicht gerührt.
Ihr Körper.
Leblos.
Und plötzlich.
Überkam ihn Panik.
Helga.
Sag doch was.
Helga…
Seine Stimme.
Sie erstarb zu einem Flüstern.
Er setzte sich auf.
Aber er wusste schon.
Was passiert war.
Bevor er versuchte.
Ihren Puls zu fühlen.
Und in ihre leeren Augen sah…

Er zog den Anzug an.
Den guten.
Schwarz.
Feierlich.
Er betrachtete sich.
Im Spiegel.
Dann brach er.
In Tränen aus.
Wie so oft.
Die letzten Tage.
Helga.
Sie hatte ihn verlassen.
So unerwartet.
Über Nacht.
Und er…
Hatte nichts gemerkt.
Gar nichts.
War neben ihr gelegen.
Schnarchend.
Und keine Eingebung.
Hatte ihm gesagt.
Deine Frau stirbt!
Niemand!

Er schnäuzte sich.
Trocknete die Tränen…
Helga.
Sie hatte einfach.
Zu atmen aufgehöhrt.
So etwas gab es.
Gar nicht so selten…
Aber…
Musste Helga gehen?
Auf diese Weise?
Warum?
Seine Tochter.
Sie hatte ihn getröstet.
Unsere Nachbarn…
Da kämpfte die Frau.
Jahre.
Gegen den Tod.
Furchtbare Schmerzen.
Ein Pflegefall.
Sei froh.
Dass ihr das erspart blieb…
Sei dankbar!
Dankbar sein?
Für den Tod seiner Frau?
Das war wohl.
Zu viel verlangt.
In diesem Moment.
Einfach zu viel…
Heute Nachmittag.
Das Begräbnis.
Sein Enkel.
Würde ihn abholen…
Ein schwerer Nachmittag.
Und er würde weinen.
Noch öfter…
Wie sollte er das?
Durchstehen?
Er wusste es nicht…

Vivienne/Gedankensplitter

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