Allerheiligengedanken – Gedankensplitter

Ein grauer Tag.
Wolkenbanken.
Bäume.
Halb kahl.
Aber mit goldenem Laub…
Die Wiese grün.
Ein wenig Sonne.
Ab und an.
Ich frühstücke.
Gemütlich.
Nein.
Auf dem Friedhof.
Bin ich nicht.
Ich gehe nicht.
Wenn alle pilgern.
Und in meinem Innersten.
Sind jene stets bei mir.
Die ich liebe.
Und die gegangen sind…
Ich denke an meinen Vater.
Immer wieder.
Heute.
Nicht häufiger.
Als sonst.
Aber…
Er ist mir nah…
Und manchmal.
Da weiß ich.
Dass er uns das sandte.
Nach seinem Tod.
Was uns Glück brachte…
Mir…
Den neuen Arbeitsplatz.
Meiner Schwester und ihrem Mann.
Den kleinen Sohn.
So…
Bekam das alles Sinn…

Die Sonne.
Wieder stärker…
Taucht die Szenerie.
In goldenen Schein.
Aber nicht lange.
Dann ziehen die Wolken.
Wieder weiter…
Alles hat seinen Sinn.
Denke ich mir.
Wieder.
Es dauert nur manchmal.
Bis wir begreifen…
Der Efeu.
Er klettert hoch.
Neben dem Fenster…
Ungewohntes Terrain.
Für ihn.
Im Sommer.
Da brach ich einen Zweig.
Aus einer Hecke.
Gar nicht weit von hier.
Als er Wurzeln bekam.
Im Wasserglas.
Setzte ich ihn.
In einen Topf.
Am Fenster.
Wächst er weiter…

Neues Leben.
In neuer Umgebung.
Wie dem Efeu.
Ging es auch mir.
Vor über fünf Jahren…
Und es behagt mir.
Ich glaube nicht.
Dass mein Vater.
Weg ist für immer.
Auch wenn.
Die großen Philosophen.
Unserer Zeit.
Sich in Atheismus ergehen…
Eine Modeerscheinung!
Der Wandel des Lebens.
Vielfältig.
Unser ganzes Dasein.
Geprägt vom Auf und Ab.
Aber…
Jeder Baum treibt aus.
Nach der Kälte.
Jede Knolle zeigt Blüten.
Nach dem Winterschlaf…
Unsere moderne Welt.
Verliert sich.
In der Komplexität des Denkens.
Übersieht das Einfache.
Das Wahre.
Das Echte…
Der Mensch.
Arrogant und anmaßend.
Geht der Rationalität.
Auf den Leim…

Ich gehe.
Aber ich gehe nicht ohne Hoffnung.
H.-J. Kulenkampff

Vivienne/Gedankensplitter

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