Sonntagnachmittagsphilosophie – Gedankensplitter

Regen.
Gewitterregen.
Als ich heimfahre.
Mit dem Bus.
Schienenersatzverkehr…
Tropfen.
Auf der Windschutzscheibe.
Dicht an dicht.
Ich sehe mich um.
Im Bus.
Schräg hinter mir.
Da sitzt er.
Ich kenne ihn schon ewig.
Wir fahren immer.
Ins Mühlviertel.
Jeden Sonntag.
Um dieselbe Zeit hin.
Um dieselbe Zeit retour.
Wie abgesprochen!
Ich muss lachen.
Nur geredet.
Haben wir noch nie.
Miteinander…
Noch nie!
Witzig.
Ich setze mich hin.
Bequem.
Widme mich der Musik.
Aus dem MP3-Player.
Michael Bublé.
Schmeichelt meinen Sinnen.
Was für eine Stimme!
Es regnet noch immer…

Nun wird es doch Herbst.
Denke ich mir.
Auf dem Heimweg.
Ein Baum halb kahl.
Seine Blätter.
Hat er verloren.
Innerhalb der letzten Woche.
Der Rest der Pracht.
Bunt verfärbt…
Andere Bäume.
Sie halten sich noch.
Dem Herbst.
Müssen sie alle.
Tribut zollen.
Früher oder später.
Kein Regen mehr.
Vereinzelt.
Ein paar Tropfen.
Eine raue Brise…
Ich sperre die Haustür auf.
Gehe die Stiege hoch.
Daheim…!
Meine Kleine.
Schnurren und lieb haben.
Mein ganzer SchnickSchnack.
Mein Nippes.
Die vielen Pflanzen.
Das Efeu.
Das jetzt.
Die Wand hoch klettert!
Mein Heim!

Reminiszenzen.
Die Anfänge.
Die Probleme.
Weiß Gott!
Ich hatte es nicht leicht…
Und dieselbe.
Werde ich nie wieder sein.
Geblieben.
Sind mir wenige.
Manche fallen ab.
Wie die Blätter im Herbst.
Tot und leer…
Andere reifen.
Wie die Früchte.
Auf den Bäumen.
Und im Garten…
Des Lebens Süße.
Findet sich in ihnen…
Eines.
Möchte ich jenen sagen.
Die meinen.
Sie wären unverzichtbar.
In meinem Leben.
Wer das meint.
Wird sich schnell verlieren.
Genaugenommen.
Als erstes…
Ich.
Biedere mich.
Niemandem an.
Ich.
Laufe niemandem nach…
Vorbei…
Ist vorbei!
Was abfallen muss.
Fällt ab.
Sagte schon Rilke.
Und nicht nur im Herbst…

Vivienne/Gedankensplitter

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