Der neue Nachbar – Gedankensplitter

Gerda stand vor dem Spiegel.
Schminkte sich.
Hektisch.
Es war schon so spät.
Wenn sie den Bus nicht erwischte…
Nicht auszudenken!
Es läutete.
An der Tür.
Gerda zuckte zusammen.
Wer war das?
Um diese Zeit?
Vor der Tür.
Ein unbekannter Mann.
Bestimmt.
Der neue Nachbar.
Aus dem zweiten Stock.
Schnurrbart.
Kaum verständliches Deutsch.
Gerda.
Genervt.
Verstand nichts.
Zuerst.
Bitte?
Ich verstehe Sie nicht!
Der Mann.
Er schüttelte den Kopf.
Wiederholte seine Geschichte.
Er hatte Sachen eingeräumt.
Im Keller.
Aber die Tür fiel zu.
Und die Schlüssel waren unten.
Er konnte nicht.
In die Wohnung.
Und nicht in den Keller.
Gerda schluckte.
Entschuldigte sich.
Ich habe es eilig.
Tut mir Leid.
Gab ihm ihren Schlüssel.
Für den Keller.

Gerda blickte in den Spiegel.
Fertig.
Es läutete wieder.
Der Nachbar stand da.
Grinste breit.
Bedankte sich.
Überschwänglich.
Reichte ihr den Schlüssel.
Und eine riesige Tomate.
Aus Serbien!
Betonte er.
Gerda.
Nickte.
War beschämt.
Gerne.
Entschuldigen Sie.
Ich war ein wenig brüsk vorhin.
Ich habe es eilig heute.
Das hörte der Mann gar nicht mehr…
Er war schon wieder weg.
Gerda lächelte.
Und legte die Tomate in den Kühlschrank.

Fünf Minuten später.
Angezogen.
Fix und fertig.
Noch die Schuhe.
Und die Handtasche!
Gerda.
Lief die Treppen hinunter.
Bei der Haustür.
Der Nachbar.
Noch einmal.
Sie winkte ihm.
Er lachte zurück.
Und irgendwie.
Tat ihr das gut…
Mensch sein…
Ein paar Minuten zur Haltestelle.
Weit und breit kein Bus.
Die Anzeigetafel verriet.
In fünf Minuten…
Na dann…
Gerda setzte sich.
Auf die Bank.
Bei der Haltestelle.
Mit einem Stoßseufzer.
Fein.
Klappte ja alles.
Wie am Schnürchen heute.
Oder?
Pünktlich.
Und mit einem guten Gefühl…

Vivienne/Gedankensplitter

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