Katze mit Blues – Gedankensplitter

Sie sitzt am Fenster.
Meine Kleine.
Sieht hinaus.
Wie so oft.
Und beobachtet die Welt…
Ihre Schwanzspitze.
Sie zittert.
Und manchmal.
Peitscht auch der Schweif.
Ich weiß.
Wie gerne sie hinaus möchte.
In diese fremde Welt.
Außerhalb meiner Wohnung.
Auf die Bäume klettern.
Im Gras spielen…
Käfer fangen.
Aber das geht nicht…

Die Nachbarin.
Sie läutet an der Tür.
Und während ich tratsche mit ihr.
Entwischt die Katze.
Ins Stiegenhaus.
Läuft die Treppen hoch…
Ich hole die Schlüssel.
Und laufe ihr nach.
Da ist sie!
Weiter oben.
Da duckt sie sich.
In die Stufe hinein.
In der Hoffnung.
Ich würde sie nicht sehen…
Wie ein Raubtier.
Auf der Flucht!
Vergeblich.
Ich packe sie.
Nehme sie auf den Arm.
Sie schnappt nach mir.
Dann gehen wir nach unten…
Zurück in die Wohnung…
Die Katze ist traurig.
Sie miaut.
Reibt sich an meinen Beinen.
Ich kraule ihre Ohren.
Das liebt sie.
Und doch…
Sie ist nicht glücklich.
Sie kuschelt sich in meine Arme.
Wie ein Baby.
Dann schließt sie die Augen.
Und schnurrt leise…
Für ein paar Minuten.
Ist sie ruhiger.
Jede Berührung von mir.
Lässt ihre Flanken zittern…

Ich weiß.
Was ihr fehlt.
Sie ist viel alleine.
Aber.
Sie ist auch keine Wohnungskatze.
Keine richtige.
Eigentlich.
Kommt sie von einem Bauernhof.
Ist es nicht so?
Und das Blut.
Lässt sich nicht leugnen…
Ich liege in der Badewanne.
Meine Kleine.
Sie liegt im Korb.
Mit den Waschhandschuhen.
Ihre Augen.
Schmale Schlitze.
Und sie beobachtet mich.
Ich merke es gut.
Sie braucht mich.
Und eine Nacht.
In der ich nicht daheim bin.
Ist nicht einfach.
Für sie.
Ich seufze.
Ich habe eine schöne Katze.
Schlank.
Mit glänzendem Fell.
Gesund.
Rege.
Eine gute Jägerin…
Aber sie ist traurig.
Manchmal.
An Tagen wie heute.
Und dann.
Braucht sie all meine Liebe…

Vivienne/Gedankensplitter

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