Ein schlechterer Mensch? – Gedankensplitter

Ich schreibe diese Zeilen.
Heute.
Am Muttertag.
Gedanken.
Die mir durch den Kopf gehen.
Zur Mutterschaft…
Ich bin fünfundvierzig.
Ich bin.
Keine Mutter.
Ich habe nie Kinder gehabt.
Werde nie welche haben.
Es tut mir nicht Leid.
Bin ich deswegen?
Ein schlechterer Mensch?

Ich bin anders.
Immer schon gewesen.
Mutterschaft.
Verdrängte ich.
Immer wieder.
Angst vor der Verantwortung.
Lebenslange Aufgabe.
Weise Entscheidung.
Kinder.
Liegen mir nicht.
Nicht wirklich.
Schreiende Kinder in der Straßenbahn.
Machen mir Kopfschmerzen.
Nein.
Ich hätte nie den Nerv.
Kinder zu versorgen.
Männern.
Gesteht man das zu.
Mir.
Frauen wie mir.
Nicht.

Mutterschaft.
Das höchste Gut?
Oft wurde mir oktruiert.
Frauen.
Seien nur wertvoll.
Als Mütter.
Bessere Frauen.
Quasi.
Ich ließ es mir gefallen.
Lange.
Bis ich genug hatte.
Was war falsch daran?
Keine Kinder zu haben?
Nichts.
Gar nichts.
Auch wenn ich eine Frau war.
Jeder Mensch.
Hat seine Aufgabe.
Jedes Leben.
Hat seinen Sinn.
Auch für eine Frau.
Ist es nicht Mutterschaft.
Zwangsläufig.
Nicht notwendigerweise…

Siehe.
Ich bin die Magd des Herrn.
Mir geschehe.
Wie du gesagt.
Nein.
Ich bin das nicht.
Ich finde mich nicht darin.
Kein bisschen.
Ich bin nicht.
Die putzende Hausfrau.
Bei der sich kein Stäubchen findet.
Im ganzen Haus.
Ich bin nicht die backende, sorgende Mutter.
Die ihre Familie versorgt.
Und nur auf die anderen sieht.
Und auf sich zuletzt.
Sorry.
Ich bin ich.
Und gerne bequem.
Schlafe gerne lange.
Und finde mich.
In anderen Zielen.
Träumen.
Hoffnungen.
Ja.
Ich träume noch.
Oft.
Und ich werde nie aufhören…
Deshalb.
Bin ich kein schlechterer Mensch.
Oder?

Vivienne/Gedankensplitter

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