Davonlaufen – Gedankensplitter

Norbert stöhnte.
Wieder Überstunden.
Mittlerweile.
Fast jeden Tag.
Selbst Freitag.
Kam er selten raus.
Vor 18:00, 19:00 Uhr…
Und Wunder.
War es keines.
Nein.
Immer weniger Leute.
In der Firma.
Sein Chef.
Hatte einige Kollegen gekündigt.
Sparmaßnahmen.
Und seither.
Waren zwei gegangen.
Von sich aus.
Wegen der vielen Arbeit.
Und der Chef.
Er dachte nicht daran.
Wieder jemanden einzustellen.
Nein.
Die Arbeit.
Sie musste erledigt werden.
Wie.
War ihm egal…

Norbert sah seine Emails durch.
So viele Überstunden!
Und keine.
Würde ihm ausbezahlt werden.
Sein Chef.
Er dachte gar nicht daran.
Wer will.
Der kann gehen!
Jederzeit!
Das Credo des Vorgesetzten.
Und er wusste genau.
Er.
Norbert.
Er würde nicht gehen.
Nie.
Er war ein Gewohnheitstier.
Und viel zu gutmütig.
Und Angst vor Veränderung.
Die hatte er auch…
Sein Chef.
Ein richtiges Arschloch.
Er genoss es zu sticheln.
Demütigungen.
Kleine und große.
Und ein schmieriges Grinsen…
Ja.
Der Chef.
Er hatte wohl recht.
Mit seiner Einschätzung.
Er.
Norbert.
Er würde nicht gehen…

Norbert fluchte.
Der Lagerstand.
Er stimmte auch nicht.
Wie die meiste Zeit.
Das machte es nicht leichter…
Eine Heimsuchung.
Hier arbeiten zu müssen.
Aber damals.
Da hatte er den Job gebraucht.
Dringend.
Er war ihm erschienen.
Wie ein Rettungsanker.
Und heute.
Fünf Jahre später.
Da wäre er davon gelaufen.
Am liebsten.
Auf der Stelle.
Hinter ihm die Sintflut!
Weg von hier!
Und seinen Chef.
Diesen Mistkerl.
Nicht mehr sehen!
Nie mehr!
Norbert ballte die Faust.
Er erschrak fast.
Vor seiner eigenen Wut.

Und warum eigentlich?
Blieb er denn noch?
Warum?

Vivienne/Gedankensplitter

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