Abendmelancholie – Gedankensplitter

Es regnet.
Die Straße.
Sie glänzt.
Recht warm ist es.
Und doch.
Eine merkwürdige Stimmung.
Kälte.
Feuchte Kälte.
Die sich ins Innerste frisst.
Und sich dort festsetzt.
Wie mit Widerhaken…
Ein Schluck Kaffee.
Und doch.
Er wärmt nicht.
Verspannter Nacken.
Ein wenig Kopfweh.
Und die Lichter.
Von der anderen Straßenseite.
Ein wenig seltsam
Gespenstisch.
Scharfe Konturen.
Der kahlen Baumgerippe.
Müdigkeit.
Frösteln.
Ich trete weg.
Vom Fenster.
Seufzend.
Melancholisch…

Was waren das für Jahre!
Die hinter mir liegen.
Verlorene Jahre…
In denen ich mich quälte.
Tag für Tag.
Spielball.
Eines Selbstherrlichen.
Der sich freute.
Mich zu demütigen…
Hätte ich es geschafft?
Ohne ihn?
Den einen?
Er kam zurück in mein Leben.
Zur rechten Zeit.
Unerwartet.
Aber umso nachhaltiger.
Was!
Hätte ich ohne ihn getan!
Damals.
Und später…!
Der Herbst.
Eine Zäsur.
Ich streifte die Ketten ab.
Die eisernen Fesseln.
Mit seiner Hilfe.
Ein neues Leben.
Lebensfreude.
Neue Menschen…

Wie von selbst.
Schnitt ich die Bande durch.
Die mich verbanden.
Mit Menschen.
Die ich kannte.
Von damals.
Ich wollte nicht mehr.
Ich konnte nicht mehr.
Was abfallen muss.
Fällt ab.
Neue Menschen.
Und auch.
Alte, neue Menschen.
Unversehens.
Wieder zusammengeführt.
Ganz gewiss nicht.
Ohne Sinn.
Ohne Bedeutung.
Es gibt.
Keine Zufälle…
Wenn ich nicht so frieren würde!
Ich friere so sehr.
Schon seit Jahren.
Seit.
Man mich brechen wollte.
Umpolen.
Neu programmieren.
Vergangenheit.
Vorbei.
Jetzt.
Kümmert sich kaum einer.
Um mich.
Um mein Leben.
Und was ich tue…
Und das.
Ist das Schönste…

Vivienne/Gedankensplitter

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