Auf meinem Weg – Gedankensplitter

Die Nacht.
Sie hat sich breit gemacht.
Und ich trinke Tee.
Während ich die Zeitung lese.
Der Tag war sonnig.
Wunderbar.
Und man freute sich.
Auf den Frühling.
Der kommen wird.
Der kommen muss.
Oder?
Ich betrachte meine Hände.
Beringt.
Schöne Hände.
Eigentlich noch immer.
Manche Frauen.
In meinem Alter.
Haben alte Hände.
Voller Adern.
Falten.
So gepflegt sie sind.
Ihre Hände.
Sie verraten ihr wahres Alter…

Ich stehe vor dem Spiegel.
Mein blonder Schopf.
Ein wenig widerborstig.
So wie ich.
Eines Tages.
Da werden sie grau sein.
Eisgrau.
Und ich brauche sie nicht mehr färben…
Mein Gesicht.
Das Leben.
Es hat mich gezeichnet.
Nicht mit Falten.
Oder Runzeln.
Aber mit traurigen Augen.
Lachen.
Richtig strahlen.
Werden sie wohl nie mehr.
Keine Frage des Alters.
Eine Frage der Menschen.
Gut.
War man nie zu mir.
Viel zu selten.
Je älter ich werde.
Desto mehr.
Halte ich mich zurück.
Vor den Menschen.
Ich merke es selbst.
Die Jahre.
Mein Gesicht.
Das haben sie nicht gezeichnet.
Kaum.
Aber meine Seele.
Sie ist narbenübersät…

Wann fängt das Altern an?
Eigentlich.
Vom Moment der Geburt an.
Wie eine Blüte.
Die zur Frucht reift.
Wann fühlte ich mich altern?
Das erste Mal?
Es ist schon Jahre her.
Fast fünfzehn Jahre.
Dabei.
Habe ich Glück.
Ich weiß es.
Immer.
Sah ich jünger aus.
Als ich war.
Aber schon früh.
Begriff ich nicht.
Warum die Menschen so viel sagen.
Was sie nicht meinen.
Und das.
Unterscheidet mich.
Von den meisten.
Das.
Macht mich anders.
So sehr…
Sein.
Wie man ist.
Wird einem nicht einfach gemacht.
In dieser Welt.
Der Konformität.
Der Verlogenheit.
An manchen Tagen.
Meine ich.
Zu zerbrechen.
Daran.
Mit jedem Jahr öfter.
Falten auf der Stirn.
Ich altere.
Auf meinem Weg.
Alleine.
Meistens…
Und doch hat es Sinn…

Vivienne/Gedankensplitter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.