Steh endlich auf! – Gedankensplitter

Nein.
Du bist arm.
Furchtbar arm.
Und deshalb weinst du.
Weinst du oft.
Das Leben.
Schier unerträglich.
Und deshalb trinkst du.
Mehr als dir gut tut.
Oft.
Dann wird es leichter.
Ein wenig.
Bis zum nächsten Morgen.
Zumindest.
Zumindest das…
Du vergräbst dich.
Meistens.
In deiner Wohnung.
Liegst im Bett.
Und alles verdreckt.
Schön langsam.
Mist.
Staub.
Alles bleibt liegen.
Arm.
Du bist ja so arm…

Du solltest dich waschen.
Längst.
Du miefst.
Irgendwie.
Schweiß.
Und Bier.
Vermischt.
Aber das freut dich nicht.
Genau so wenig.
Wie Putzen.
Für wen denn?
Wieso?
Wäre es nicht besser?
Du würdest sterben?
Wäre es nicht besser?
Dann weinst du.
Ein paar Tränen.
Und irgendwie.
Da hat man das Gefühl.
Du zwingst dich dazu.
Du siehst verschlampt aus.
Und kein Wunder.
Dass du keine Arbeit kriegst.
Du bemühst dich nicht.
Du versuchst es nicht einmal.
Du lässt dich gehen.
Und.
Nur die anderen sind schuld.
Du selbst?
Nie!

Dein Chef.
Der dich gekündigt hat.
Weil du zu spät kamst.
Ständig.
Und meistens noch.
Mit der Fahne vom Vortag…
Die Wahrheit ist doch.
Gesoffen.
Hast du immer schon.
Nicht erst.
Seit der Kündigung…
Und dein Mädchen.
Es hatte genug von dir.
Weil du nur getrunken hast.
In deiner Freizeit.
Weil du immer.
Einen Vorwand hattest.
Zum Bier zu greifen.
Vor dem Fernseher.
Bei Freunden.
Im Stammlokal…
Du suhlst dich.
Im Dreck.
Und im Selbstmitleid.
Sag.
Wann stehst du auf?
Wann kämpfst du?
Wann siehst du ein?
Dass es nur an dir liegt?
An dir ganz allein?

Steh endlich auf!

Vivienne/Gedankensplitter

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