Frühling im Jänner – Gedankensplitter

Föhn.
Und so viel Regen.
Hochwasser…
In der Arbeit.
Ich blicke aus dem Fenster.
Der Pöstlingberg.
Verhüllt von Wolken.
Wild-romantisch.
Wolkenfetzen.
Geben den Berg frei.
Und die Kirche.
Schließlich…
Meine Gedanken schweifen.
Es hat aufgehört zu regnen.
Und ich hole mir einen Kaffee.
Wieder.
Es ist so warm.
Und es stört mich nicht.
Wenn die Fenster offen sind.
Ausnahmsweise…
Der Tag verstreicht.
Ein wenig öde.
Und die Stimmung…
Unter den Kollegen…
Sie ist schlecht.
Dicke Luft.
So was kommt und geht…

Was kommt.
Was wird.
Man weiß es nicht.
Und manche.
Sie finden die Schuld.
Nie in sich selbst.
Wenn es schlecht läuft.
Die anderen.
Sie sind Schuld…
Etwas anderes…
Ich überlege.
Eine Kollegin.
Sie lebt mit einem Trinker.
Seit drei Jahren.
Seither ist sie krank.
Immer wieder.
Aber Schuld daran.
Ist ihr Ganztagsjob.
Versichert sie.
Mit dem Brustton der Überzeugung.
Keine Zeit mehr für Natur!
Aber nicht ihr Freund.
Mit dem sie zusammenpasst.
Perfekt.
Mit dem sie so harmoniert…
Wenn ich sie reden höre.
Dann möchte ich grinsen.
Jedes Mal.
Aber ich sage nichts.
Ich mische mich nicht drein.

Ich höre ihr zu.
Heute.
Mit halber Aufmerksamkeit.
Ich könnte ihr zureden.
Gut.
Ich könnte sie warnen.
Mit Emphase.
Aber ich tue es nicht.
Es ist ihr Leben.
Ich wäre froh.
Wenn man mir mein Leben ließe.
Ebenso…
Aber manche.
Die wissen es einfach besser.
Noch immer.
Ich öffne das Fenster.
Atme die Frühlingsluft.
Im Jänner.
Und muss lächeln.
Als ich vom Lenz träume.
Ein paar Augenblicke.
Mit geschlossenen Augen…
Es tut gut.
Meine ich.
Das Leben.
Es ist spannend.
Immer.
Auch hier.
Die Kulisse.
Sie hat gewechselt.
Und die Mitstreiter.
Sind andere.
Die alten.
Die habe ich abgestreift.
So weit…
Wolkenfetzen.
Ziehen über den Pöstlingberg.
Ich schließe das Fenster…

Vivienne/Gedankensplitter

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