Kalt

Du hüllst dich in die Weste.
Und dich fröstelt doch.
Deine Füße sind kalt.
Wie Eis.
Durch das Fenster.
Ein Blick in einen Wintertraum.
Warm sollte einem um’s Herzen werden.
Dabei.
Aber du.
Du wendest dich ab.
Von dem zauberhaften Bild.
Flüchtest in deine Gedankenwelt.
Grübelst.
Und manchmal.
Da bist du wütend.
Und ballst die Faust.
Warum?
Schreit etwas in dir?
Ist es nicht genug?
Nein geduldig warst du noch nie.
Schon gar nicht duldsam.
Und deine Wut.
Sie ist gepaart mit Hilflosigkeit.
Ein paar ruhige Tage endlich wieder.
Mehr willst du gar nicht.
Ist das zu viel verlangt?
Nur ein paar ruhige Tage…

Dich fröstelt wieder mehr.
Es ist.
Als ob deine Wut.
Mit Kälte um sich greift.
Eine kalte Wut.
Die nicht aufbegehren kann.
Sondern sich hineinfrisst.
In dein Innerstes.
Und alles vereist.
Nichts ist wie es wahr.
Ja.
Du musstest es zur Kenntnis nehmen.
Und das Leben fragt nicht.
Nein.
Es tut was es will.
Und was es für richtig hält.
Und das ist selten das.
Was du möchtest.
Was du forderst…
Du stöhnst.
Und doch…
Du kannst es nicht ändern…

Aber geht es nicht anderen auch so?
Wie war das mit der stolzen Frau?
Stark und schön?
Du kennst sie gut.
Und doch…
Sie träumt von der Liebe.
Dabei dachtest du.
Sie holt sich was sie will.
Und sie bekommt es…
Ja.
Man weiß nichts mit Sicherheit.
Und wie sich deine Wut legt.
Wird dir wieder wärmer.
Ein wenig zumindest.
Und du denkst wieder an den Menschen.
Um den du dich sorgst.
Der dir nahe ist.
Gerade weil er ist.
Wie er ist.
Kein Engel.
Kein Heiliger.
Zutiefst Mensch.
Momentaufnahmen.
Du sagst es dir.
Immer wieder.
Und morgen ist ein anderer Tag.
Morgen.
Hoffen.
Das was bleibt…

Vivienne

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