Heulboje

Man kann dir nichts recht machen.
Gar nichts.
Und den halben Tag.
Den jammerst du nur!
Dies passt dir nicht!
Jenes noch viel weniger…
Und du Arme…
So beklagenswert!
Versunken.
In Selbstmitleid.
Vergiftet.
Durch deine Ich-Bezogenheit…
Mein Gott!
Was bist du nicht arm!
Weil dich jeder nur ausnutzt.
Weil du keinem trauen kannst.
Und weil du dich suhlst.
In all den schlimmen Dingen.
Die dir passieren.
Immer wieder.
Und gar nicht so schlimm sind.
Oder?
Genau betrachtet.
Aber sagen…
Nein.
Sagen darf man dir das nicht.
Nie!
Denn dann.
Dann würdest du explodieren.
Vor Wut.
So gar nicht mehr.
Klein und mickrig.
Sondern wütend.
Zornig.
Heftig…

Weißt du?
Was ich glaube?
Du brauchst das.
Längst.
Um dich zu verkaufen.
Als die Minderwertige.
Der Unrecht zugefügt wird.
Ständig.
Natürlich.
Ist es nicht so.
Aber du fängst alles auf.
Was sich so anfühlt.
Was sich so anhört.
Was so sein könnte.
Denn.
Du brauchst das.
Um dein Versagen zu bemänteln.
Um dich zu verstecken.
Dahinter!
Dann musst du nichts leisten.
Dann musst du nichts können.
Niemand.
Erwartet mehr etwas von dir.
Und es ist bequem.
So bequem.
Dass du es nicht missen möchtest.
Gar nicht mehr.
Du genießt es.
Innerlich.
Und eigentlich.
Bist du zufrieden.
Dass es ist.
Wie es ist.
Nicht wahr?

Du fängst zu schreien an!
Ich verstehe.
Das gefällt dir nicht.
Was ich zu sagen habe.
Heulboje!
Mir macht das nichts aus.
Stell dich auf deine Füße.
Es würde dir stehen.
Das wäre einmal.
Ein etwas anderer Zug.
An dir.
Steh auf!
Sei aktiv!
Fang etwas an.
Etwas Rechtes.
Aber.
So wie ich dich kenne.
Das wäre dir zu anstrengend.
Nicht wahr?

Vivienne

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