Herbstton

Herbstton

Ein dichter grauer Schleier.
Liegt über dem Land.
Undurchdringlich.
Nasse Kälte.
Sie legt sich um die Bäume.
Auf die Dächer.
Sammelt sich an Stromleitungen.
In dichten Tropfen.
Nebel.
Der Herbst.
Er geht durch das Land.
Webt den Schleier.
Dicht und dichter.
Die Stadt friert.
So viele Menschen.
Und doch letztlich alleine.
Und verloren.
Für sich allein.
Die Stadt ist kalt.
Auch ohne Herbst.
Und ohne Nebel.
Denn nur der Profit zählt.
Und das Geld.
Der Mensch ist nichts.
Der Mensch an sich.
Ist nichts…

Ein Abglanz der Sonne.
Bringt etwas Schein in den Tag.
Die Farben der Bäume.
Sie leuchten…
Ich schließe die Augen.
Ein Film zieht vor an mir vorbei.
Gestern.
Da nahm ich den Mund zu voll.
Ein unbedachtes Wort.
Laut gesprochen.
Zu laut.
Aber aus dem Herzen.
Falsch?
War es falsch?
Weil es gehört wurde?
Oder war es falsch?
Weil ich es dachte?
Weil ich es wagte zu denken?
Ich weiß nicht.
Ein Riss ist größer geworden.
Dadurch.
Aber es musste wohl so sein…
Aber wenn ich den Film rückspule.
Noch einmal 24 Stunden.
Dann fanden andere ähnliche Worte.
Noch deutlicher.
Hart und abwertend.
Die hat niemand gehört.
Und sie waren auch nicht falsch.
Genau deshalb…

Ein Vogel zieht über die Dächer.
Einsam.
Ich glaube fast seinen Schrei zu hören.
Der Tag ist wieder matt geworden…
Ich seufze.
Ich habe gedacht.
Laut.
Jemand hasst mich dafür.
Obwohl ich nur aussprach.
Was andere auch denken.
Bin ich jetzt die Böse?
Reden ist Silber.
Schweigen ist Gold.
Ich trage mein Herz auf der Zunge.
Das kann falsch sein.
Und richtig auch.
Es kommt auf die Gelegenheit an.
Und auf den Zeitpunkt…
Vielleicht schweige ich nun an anderes Mal.
Wenn ich reden sollte.
Es bringt nichts zu grübeln…
Der Nebel.
Er ist dichter geworden.
Kein blauer Himmel.
Keine Sonne.
Manche Geschichte des Lebens.
Verwoben wie der Nebel.
Undurchdringlich.
Und kein Licht zu sehen…

Vivienne

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