Über die Sucht

Ein ironisches Gedicht

Nein, es ist nicht zu ertragen,
welche Leut’ Probleme haben,
sich in Maß und Zucht zu üben,
und der Sucht nicht zu erliegen!

Man seh’ sich nur all die Typen an!
Sie fangen stets zu saufen an!
Trinken runter, was sie kriegen,
um im Suff dann brach zu liegen!

Lässt Geld und Zeit beim Wein,
so mancher schafft es nicht allein
sich zu beherrschen, Tee zu wählen
statt sich von Rausch zu Rausch zu quälen…

Dabei schmeckt Alk doch gar nicht fein!
Wie kann man nur besessen sein,
sich ständig maßlos abzufüllen,
um angeblich nur Durst zu stillen?

Durst ist mit Wasser gut gelöscht.
Wer anderes spricht, sich selber täuscht!
Und gar nicht anders: Zigaretten,
die doch wirklich grauslich schmecken!

Versteh nicht, dass man rauchen kann!
Und doch behagt es manchem Mann
und mancher Frau – es ist ein Kreuz!
Und schädigt Lunge doch und Herz!

Nichts will ich jetzt davon hören,
man könne all das doch begehren
ohne damit gleich süchtig sein!
Wer das so sagt, erliegt dem Schein!

Der Rauch ist wirklich eine Qual!
Dazu steh’ ich allemal!
Dazu vergilbt Gardinen er,
und die zu weißen, das ist schwer!

Nein, Verständnis kenn ich nicht,
für all die Süchtler, die die Pflicht,
sich einmal nur in Maß zu üben
nie richtig in die Reihe kriegen.

Nun, selber loben soll man nicht,
doch ich leb suchtlos, ganz gewiss.
Als Vorbild mag ich gar schon gelten.
Drum kann ich ruhig auch and’re schelten!

Ich meide Alk und hasse Rauch,
und sonst kasteie ich mich auch!
Verzicht’ auf leckere Pralinen,
allein schon ob der Kalorien.

Und das fällt mir nicht wirklich schwer,
weil ich auf mein Gewissen hör’!
Seht mich ruhig an, ich bin Beweis:
Es geht auch ohne Sucht zumeist!

Nun mach’ ich mir noch ganz was Gutes,
das gönn’ ich mir gleich frohen Mutes.
Ein Tässchen Kaffee schenk ich ein,
das soll mir die Belohnung sein.

Kaffeemaschine dampft und brodelt,
wie toll hab’ ich herumgemodelt.
Oh Gott, in der Kanne kein Kaffee!
Wie tut mir das im Herzen weh!

Was soll ich da zur Rettung machen?
Ich hab ja wirklich nichts zu lachen!
Ein langes Wochenende steht bevor!
Ohne Kaffee – ich armer Tor…

Die Hände zittern, Schweiß bedeckt,
Kaffee hätt’ mir so gut geschmeckt.
Doch die Maschin’ lässt mich im Stich –
Das nehm’ ich nicht hin, sicher nicht!

Verzeiht, ich muss jetzt leider geh’n
ins Café – ihr werdet es versteh’n!
Wir müssen nachher weiterreden,
über die, die für die Sucht nur leben…

Vivienne

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