Du weißt so vieles nicht…

Für dich bin ich ein Mysterium.
Unbegreiflich.
Voller Rätsel.
Voller Untiefen.
Und voller Missverständnisse…
Wie ein See.
Von Algen verwachsen.
Voller Wirbel und Strömungen.
Abgrundtief.
Dunkel.
Geheimnisvoll.
Abschreckend…
Du kennst mich nicht.
Nichts von mir.
Du würdest mir wohl lieber aus dem Weg gehen.
Wenn es möglich wäre.
Aber das ist es nicht.
So reichst du mir die Hand.
Du nimmst Anteil.
An meinem Mysterium.
Versuchst mir neue Wege zu zeigen.
Eine andere Welt zu öffnen.
Die aus dem Dunkel führt.
Aus der Hoffnungslosigkeit…

Recht hilfreich bin ich dir nicht.
Es muss dir wohl so erscheinen.
Ich beharre auf manchem.
Das dir nicht begreiflich ist.
Aber wie denn auch?
Du weiß so vieles nicht.
Du kennst nicht meine Narben auf der Seele.
Wunden, die nie wirklich heilen.
Und wenn ich offen sein darf.
Dein Weg ist nun mal nicht meiner.
Wir sind so unterschiedlich.
Wir haben nichts gemeinsam.
Außer einem Stück des Weges.
Das wir da gehen…
Wie lange noch?
Wohl manche Strecke.
Du bist gut zu mir.
Auch wenn dir mein Wesen fremd ist.
Und du dir wohl wünscht.
Ich möge doch etwas gängiger sein.
Etwas simpler gestrickt.
Etwas leichter zu entwirren…

Es ist nicht Liebe.
Es ist auch nicht Freundschaft.
Wohl nicht einmal Sympathie.
Du willst einfach helfen.
So meinst du.
Du bist Mensch.
Und solltest doch wissen.
Man kann nichts erzwingen.
Wenn das Samenkorn nicht keimt.
Kann es nicht wachsen.
Und manchmal tust du mir weh.
Mit deiner Güte.
Weil ich nicht kann.
Wie du mich lehrst.
Wie du mir gut tun möchtest…
Liebe lässt sich nicht zwingen.
Glück nicht bauen.
Zufriedenheit nicht herbeireden…

Du weißt so vieles nicht.
Und das ist gut so.
Lass mich ich selber sein.
Ich finde meinen Weg.
Wenn die Zeit reif ist…

Vivienne

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