Du trinkst zu viel

Meistens.
Bist du Feierabend in irgendeinem Lokal.
Mit Freunden.
Aber auch allein.
Und immer.
Steht ein Glas Wein vor dir.
Meistens rot.
Aber manchmal.
Da ist dir die Farbe egal.
Wein.
Ist ein herrliches Gesöff.
Sagst du immer.
Süffig.
Passt herrlich zum Essen.
Nur seltsam.
Wenn du ihn trinkst.
Dann isst du selten.
Ganz selten…
Wein.
Er macht dich munter.
Nach einem harten Tag.
Du vergisst so manchen Ärger.
Nach einem Viertel.
Dazu die obligate Zigarette.
Dann geht es dir wieder gut.
Was auch immer gewesen ist…

Ein Viertel.
Dabei bleibt es nicht.
Nie.
Du brauchst ihn.
Als Stimmungsaufheller.
Er ölt auch deine Kehle.
Worte sprudeln.
Du bist witzig.
Amüsant.
Wortgewandt.
Meinst du.
Meistens.
Da bist du es nicht lange.
Du wirst ordinär.
Schnell.
Du wirkst aggressiv.
Bisweilen.
Und die anderen…
Die kommen gar nicht mehr zu Wort…
Meistens glaubst du auch.
Du bist unwiderstehlich.
Und die Frauen.
Sie liegen dir zu Füßen.
Scharen sich um dich.
Alle.
Und machen dich an.
Alle wollen sie dich!
Sagst du.
In Wahrheit.
Sieht dich kaum eine an.
Wenn du getrunken hast.
Und das hast du meistens.
Und die.
Die dich doch suchen.
Die sollst du nur einladen…

Peinlich bist geworden.
Peinlich.
Und wenn man dich so trifft.
Bist du selten nüchtern.
Dir geht’s gut.
Sagst du.
Alles super!
Aber ich frage mich.
Ob du in der Arbeit auch schon trinkst.
Heimlich.
Weil alles leichter wird.
Dadurch.
Weil Wein dich beflügelt.
Und du Stress wegsteckst.
Wie nichts.
Denkst du.
Was du nicht denkst.
Ist leider wahr.
Der Wein.
Er kontrolliert dich.
Und nicht du ihn.
Du bist ein Hampelmann.
Und du brauchst Hilfe.
Hilfe.
Aber du siehst das nicht…

Vivienne/Gedankensplitter

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