Es regnet wieder.
Und ein kühler Wind weht.
Du hüllst dich in deine Jacke.
Als wolltest du dich verstecken.
Vor der Kälte.
Vor dem unwirtlichen Wetter.
Verstecken.
Das tust du oft.
Du schottest dich ab.
Vor den anderen.
Innerlich.
Denn du beneidest sie.
Sie sind nicht allein.
Sie haben eine Freundin.
Sie haben eine Frau.
Aber du.
Du hast niemanden.
Du lachst zwar mit.
Wenn sie scherzen.
Du nickst.
Wenn sie erzählen.
Von daheim.
Vom Familienleben.
Von den Kindern.
Manchmal.
Da gibst du sogar Ratschläge.
Ja.
Das tust du.
Du kannst Interesse zeigen.
Mit freundlicher Miene.
Wenn dich der Neid zerfrisst.
Innerlich.
Und die Einsamkeit tobt.
In deinem Innersten.
Du hättest auch gern jemand.
Zum Halten.
Zum Küssen.
Zum Liebhaben.
Aber irgendwie läuft das nicht so…
Du irrst weiter durch die Stadt.
Als liefest du davon.
Vor dir.
Vor den Gedanken.
Die dich quälen.
Wie tausende Nadelstiche.
Irgendwie.
Da ist es verhext.
Manche die dir gefiel.
Die war schon vergeben.
Andere.
Die interessierten sich nicht.
Für dich.
Und ganz besondere.
Die waren einfach unerreichbar.
Für dich.
Du hast vieles versucht.
Aber diese Singletreffs im Web.
Die gehen dir auf den Geist.
Da wird so viel gelogen.
Dass es dir weh tut.
Und manche Wunde.
Die stammt erst von dort…
Woran es liegt.
Dass du nicht fündig wirst.
Dass du allein bleibst.
Das weißt du nicht.
Du bist ein ganz normaler Mann.
Nett und anständig.
Liebenswürdig.
Das sagt dir jeder.
Aber warum?
Warum findest du keine?
Bereit sein ist alles!
Was für ein dummer Spruch!
Und was du nicht bereit bist.
Seit Jahren.
Denkst du.
Wütend.
Und gibst der Dose einen Tritt.
Die vor dir auf dem Boden liegt.
Sie fliegt dahin.
Wenig über dem Boden.
Und fällt wieder hin.
Scheppernd.
Was machst du falsch?
Fragst du dich.
Was?
Was hast du verbrochen?
Dass es nicht klappt?
Der Wind brüllt dich an.
Dass du zurückweichst.
Aber die Antwort.
Die du suchst.
Die gibt er dir nicht…
Vivienne/Gedankensplitter
