Wirklich?
Ich sehe meine Hände an.
Grob und klobig.
Ich arbeite hart.
Jeden Tag.
Aber heute Morgen sind sie nicht schmutzig.
Heute sind sie rot.
Voller Blut.
Ich richte mich auf.
In meinem Bett.
Blutflecken in meinem Bett.
Und als ich aufstehe.
Sehe ich meine Sachen am Boden liegen.
Das Hemd.
Die Hosen.
Alles voller Blut…
Ich stöhne…
Mein Kopf dröhnt.
Was war gestern?
Was war gestern Abend?
Ich war in dieser Kneipe.
Ich bin oft dort.
Ich habe Bier getrunken.
Ich weiß nicht wie viel…
Und da war dieser Kerl.
Ich erinnere mich genau.
Er hat mich nur verspottet.
Sich lustig gemacht.
Über mich.
Die ganze Zeit.
Er wollte nicht aufhören.
Er sagte es mir immer wieder.
Und er lachte.
Ich wäre kein richtiger Mann.
Ich würde ihn nie richtig hochbringen.
Und jede Frau müsste lachen.
Über mich.
Weil ich es nicht bringe…
Ich fühle meine Hände zittern.
Als ich mich erinnere.
Ich war so wütend.
Gestern.
Und ich verließ diese Kneipe.
Meine Fäuste in den Hosentaschen geballt.
Ich wollte es ihm zeigen.
Diesem Kerl.
Dass ich ein echter Mann war.
Ein echter Mann…
Ich kneife die Augen zusammen…
Mein Gott!
Die letzte Erinnerung kehrt zurück.
Sie schmerzt wie eine Wunde.
Da war diese Frau.
Sie kam aus der Seitenstraße.
Und sie schwankte.
War sie auch betrunken?
Ich habe sie angesprochen.
Sie lachte mir ins Gesicht.
Da habe ich sie gepackt.
Ich schlug sie ins Gesicht.
Und dann schrie sie nicht mehr.
Sie starrte mich nur an.
Voller Angst.
Da packte ich sie.
Ich zerrte sie hinter ein parkendes Auto.
Dort habe ich es ihr gezeigt.
Ich bin ein echter Mann.
Ich bringe es noch immer!
Ich starre meine Hände an.
Ich weiß nicht mehr.
Was ich nachher mit ihr gemacht habe.
Ich weiß es nicht mehr.
Und ich weiß nicht mehr.
Wie ich heimgekommen bin.
Aber meine Hände sind blutrot.
Ich weiß es nicht mehr.
Ich will es nicht wissen…
Nach einem wahren Kriminalfall
Vivienne/Feuerlilie
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