Unabhängig
Kühl ist es wieder.
Nach dem Gewitter frischer Wind.
Böig.
Und ich frage mich.
Warum das Wetter immer so extrem ist.
Mal sonnig heiß.
Dann wieder schwül.
Und dann folgt die kalte Dusche.
Immer wieder.
Ist das Leben nicht auch so?
Gleich bleibend verläuft es nie.
Das wäre auch langweilig.
Wenn die Veränderungen nur nicht so krass wären.
Immer wieder.
Die Übergänge.
Sind hart.
Extrem.
Nicht nur beim Wetter…
Ich komme in meine Wohnung.
Nach der Arbeit.
Esse eine Kleinigkeit.
Kümmere mich um die Katze.
Der Abend ist schön.
Ich zünde eine Kerze an.
Und mache die Stehlampe an.
Gemütlich habe ich es hier.
Mit einem Hauch von Chaos.
Viel Grün.
Und mit unzähligen Bildern.
Fotos.
Bunt.
Mancher würde sagen.
Sehr einfach.
Oja.
Das stimmt.
Aber ich bin glücklich darin.
Meine bunte Welt.
Abbezahlt.
Mein.
Und niemand.
Niemand redet mir drein!
Klingt hart.
Das gebe ich zu.
Aber vor längerer Zeit.
Da wollte einmal jemand seine Fotographien aufhängen.
Hier in meiner Wohnung.
Er war ein Gast.
Nicht mehr.
Ich kannte ihn kaum.
Aber er wollte mehr.
Mich.
Und Teil meines Lebens werden.
Er vergaß seine Manieren.
Ich habe ihm die Tür gewiesen.
Nun ist er unerwünscht.
Und seine Fotographien.
Die werden nie bei mir hängen.
Dafür werde ich sorgen.
Niemand drängt sich in meine Welt.
Niemand.
Den ich nicht will.
Niemand.
Raubt mir meine Unabhängigkeit.
Und mein Leben…
Ich bin eigenwillig.
Zweifellos.
Ich übe keinen Sport aus.
Weil ich nicht will.
Ich hasse Golf.
Weil es mich anödet.
Und ich lasse mir nichts dreinreden.
Ich weiß was ich will.
Und was nicht.
Zu oft habe ich auf andere gehört…
Ich brauche keine teure Einrichtung.
Ich brauche keinen der mir sagt.
Wo es lang geht.
Ich suche keine Sicherheit.
Unabhängig.
Vielleicht das erste Mal im Leben.
Wirklich unabhängig.
Und ich bin es gern.
Sehr gern.
In einer bunten Welt.
Die meine Seele widerspiegelt.
Bunt.
Und schön…
Vivienne/Feuerlilie
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