Mondsüchtig

Fahl steht der Mond am Himmel.
Umkränzt von Wolkenfetzen.
Mysteriös sieht er aus.
Im Zenit der Nacht.
Und ich wende mich wieder ab…
Mein Kopf schmerzt.
Zum Zerspringen.
Migräne?
Oder ist es der Mond?
Der Schmerz zieht sich über den Schädel.
Bis in den Nacken.
Und meine Augen vertragen das Licht nicht mehr.
Nur ein paar Kerzen.
Keine Lampen.
Das Rouleau heruntergelassen.
Damit ich den Mond nicht sehen muss.
Aber ich spüre ihn.
Trotzdem.
Ich fühle, wie er am Fenster vorbeizieht.
Obwohl kein Schein von ihm ins Zimmer dringt.
Mein Gott!
Wenn diese Nacht nur schon vorüber wäre!
Der Mond wird sich verdunkeln.
Am frühen Morgen.
Und ich werde weiter leiden…

Ich lege ein Tuch auf meine Augen.
Die Schmerztabletten wirken nicht.
Nicht richtig.
Mein Nacken tut so weh.
Ich kann mich kaum bewegen.
Ob ich krank werde?
Selbst das Licht der Kerzen fühlt sich unangenehm an.
Obwohl ich es sonst liebe.
Und ich bin so müde…
Aber ich kann nicht schlafen…
Irgendwann stehe ich dann wieder auf.
Ziehe das Rouleau hoch.
Und starre auf den Mond.
Wütend.
Was tust du mir an?
Ich möchte es ihm zurufen.
Diese Nacht.
Sie könnte so friedlich sein.
Mit blinkenden Sternen.
Aber der Mond.
Er tut mir nicht gut.
Keine Spur von Romantik.
Die Migräne hämmert in meinem Kopf.
Lähmt mich.
Während ich die helle Scheibe fixiere.
Auf der sich die Erde spiegelt…

Wenn ich nur schlafen könnte!
Es ist schon so spät!
Aber ich liege im Bett.
In völliger Dunkelheit.
Ich will nichts hören oder sehen.
Arme und Beine von mir gestreckt.
Ich atme schwer.
Und finde keine Ruhe.
Nicht in dieser Nacht.
Morgen wird es besser sein.
Ich rede es mir ein.
Morgen.
Wenn der Vollmond vorbei ist.
So wie diese Nacht.
Nur schlafen.
Tief und traumlos…

Vivienne/Feuerlilie

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