Du solltst gehen

Es ist spät geworden.
Wir haben geredet und geschwiegen.
Wir haben uns in die Augen gesehen.
Und wir haben gelacht.
Ein schöner Abend.
Ein schöner Abend für uns beide.
Du hast den Arm um mich gelegt.
Und ich habe geträumt.
Den Kopf an deiner Schulter gelehnt.
Lauter verrücktes Zeug.
Mir ist schwindlig geworden dabei.
Aber vielleicht war es auch der Wein.
Den du mir eingeschenkt hast.
Reichlich.
Es ist spät geworden.
Du solltest gehen…

Ich löse mich aus deiner Umarmung.
Du füllst mein Glas noch einmal.
Und ich trinke.
Ohne zu wollen.
Nur weil du mich so ansiehst.
Ich vermag deinen Blick nicht zu deuten.
Oder will ich es nicht?
Nur nicht in deine Augen blicken!
Nur nicht nachdenken.
Und kein Wein mehr!
Genug!
Ich habe zu viel getrunken.
Heute Nacht…
Nein!
Schau nicht so enttäuscht!
Bitte.
Versteh doch!
Du solltest gehen…

Es regnet wieder.
Sanft fallen die Tropfen.
Beruhigend…
Und plötzlich stehst du hinter mir.
Legst wieder deine Arme um mich.
Und deine Lippen kosen meinen Hals.
Ich fühle die Gänsehaut auf meinem Körper.
Wohlige Schauer.
Die mich zittern lassen.
Und ich schließe die Augen…
Dann seufze ich.
Und löse mich wieder von dir.
Komm.
Mach es mir nicht so schwer.
Nicht heute.
Und nicht hier.
Nie!
Warum spielst du mit dem Feuer?
Ich gehöre einem anderen.
Und er ist dein Freund…
Hast du das vergessen?
Trink aus.
Du solltest wirklich gehen…

Nach einer wahren Begebenheit!

Vivienne/Feuerlilie

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