Du gönnst dir nichts
Urlaub?
Das klingt fast wie ein Fremdwort.
Mittlerweile.
Wie lange ist es her?
Wenn du nachdenkst.
Verdammt lange.
Dass du im Flieger gesessen bist.
Am Strand spazieren gingst.
In das glitzernde Meer geblickt hast.
Ganz fasziniert.
Und fast berauscht.
Von der Schönheit.
Urlaub.
Das kannst du abhaken.
Für die nächsten Jahre.
Wer weiß wann je wieder?
Du seufzt.
Aber…
Es ist so viel passiert.
In den letzten Jahren.
Und jetzt auch noch die Krise.
Du musst sparen.
Es bleibt dir gar nichts anderes übrig.
Wie kann es sonst weitergehen?
Du kaufst dir wenig.
Und preiswert.
Billiges Essen.
Lachs oder Kaviar?
Kein Thema.
Wohl eher Nudeln mit Sauce.
Das schmeckt dir.
Und du hungerst nicht…
Billige Kleidung.
Keine Marken!
Was in Aktion ist.
Da greifst du zu.
Schlecht angezogen bist du nicht.
Aber man merkt den Unterschied…
Du hast dich abgefunden.
Es ist halt so.
Und ehrlich.
Du musst nicht alles haben.
Bei Gott nicht.
Du machst dir Sorgen.
Ganz klar.
Ob es einmal nicht reicht…
Aber du kommst schon durch.
Du weißt es.
Ganz genau.
Die anderen.
Die haben dieselben Sorgen.
Irgendwie.
Glücklich sind sie auch nicht.
In Diesel und Boss.
In feinen Restaurants…
Das Leben ist was du daraus machst…
Du tust ihnen Leid.
Das merkst du.
Zwischen den Zeilen.
An der Art.
Wie sie dich ansehen.
Mitleidig.
Du bist ja so arm!
Es steht in ihren Augen.
Und doch.
Kannst du nur müde lächeln.
Wenn du das bemerkst.
Wieder einmal.
Es ist nicht einfach.
Das ist es für niemanden.
Aber du bist glücklich.
Wenn du in den Nachthimmel blickst.
Wenn das Stadtleben pulsiert.
Rund um dich.
Du bist zufrieden.
In deiner kleinen Wohnung.
Gemütlich und bunt.
Wo du dich wieder fängst.
Wenn in der Arbeit nichts lief.
Oder der Blues dich quält.
Und wenn du Kaffee trinkst.
Auf deiner Couch.
Mit der Katze auf dem Schoß.
Und die Lichter der Nacht gehen an.
Dann weißt du.
Dass du so viel hast.
So viel.
Und niemand wird dir das nehmen!
Vivienne/Feuerlilie
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