Der Wind weht stärker

Ich sehe mich um.
Mit unsicherem Gesichtsausdruck.
Wie wird es weiter gehen?
Der Wind weht stärker.
Und ich mache mir Gedanken…
Kommt ein Gewitter?
Wird der Wind zum Sturm?
Und kommt vielleicht Regen?
Ich blicke zum Himmel.
Graue Wolken.
Und ich fürchte mich ein wenig.
Aber ich gehe weiter.
Setze Schritt um Schritt.
Lasse mir nichts anmerken.
Von meiner Unsicherheit.
Ich gehe weiter.
Und ich starre auf den Boden.
Ich sehe nicht mehr zum Himmel.
Ich hoffe nur.
Dass die Wolken wieder gehen.
Und dass die Sonne wieder durchbricht…

Blauer Himmel.
Davon träume ich.
Von ein wenig Helligkeit und Wärme.
Aber ich kämpfe gegen den Wind.
Der stärker wird.
Und den ich schmerzhaft im Gesicht spüre.
Die Augen halb geschlossen.
Staub wirbelt auf.
Und da die ersten Tropfen…
Ich gehe weiter.
Scheinbar unbeirrt.
Aber die Kälte tut weh.
Der Wind bläst fast durch mich hindurch.
Ich laufe immer schneller.
Vielleicht schaffe ich es nach Hause.
Unter Dach.
Bevor ich nass werde.
Ich ringe nach Luft.
Und bleibe stehen.
Einen Moment.
Und blicke wieder nach oben.
Der Himmel ist schwarz.
Kein bisschen Blau.
Und keine Sonne.
Ein Gewitter kommt.
Und ich werde nicht mehr rechtzeitig nach Hause kommen.
Sicher nicht…

Nun gehe ich durch den Regen.
Schon eine kleine Ewigkeit.
Um mich Donner und Blitz.
Nasse Locken hängen mir ins Gesicht.
Und die bleierne Kälte lässt mich fast erstarren.
Meine Schritte setze ich mechanisch.
Und der Tag ist in Zwielicht getaucht.
Ich sehe kaum weiter.
Meine Hände fühlen sich kalt und klamm an.
Die Nässe frisst sich in mich.
Immer weiter.
Ich bin nass.
Am ganzen Körper.
Und der Weg führt mich noch lange weiter…

Vivienne/Feuerlilie

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